Kino-Open-Air: Nach zehn Jahren wieder eine Premiere im Park

Kino-Open-Air : Nach zehn Jahren wieder eine Premiere im Park

Zum Jubiläum gibt es das Open-Air-Kino im Jülicher Brückenkopfpark in einem neuen Zelt. Und das Publikum bleibt der Veranstaltungsreihe natürlich treu.

„Wir haben schon alles mitgemacht“, sagt Hans-Josef Bülles. Er erzählt von Aufführungen bei Starkregen und 8 Grad, aber auch von Erfolgen mit 600 Zuschauern, die auf Bierbänken bis weit vor dem Zelt saßen. Seit zehn Jahren findet im Brückenkopfpark Jülich jedes Jahr im Sommer das Open-Air-Kino statt. Mit „Monsieur Claude und seine Töchter 2“ startete am Freitag die diesjährige Spielreihe – dabei feierte nebenbei das neue Zelt im Brückenkopfpark Premiere.

Zwar etwas verregnet war es, davon ließen sich die Zuschauer aber nicht abhalten. Das Zelt, das jetzt an einem anderen Ort aufgebaut wurde als das alte, war fast bis zum letzten Platz gefüllt. Die Jülicher vermissten zwar das altbekannte Zelt etwas, das 20 Jahre Teil des Brückenkopfparks war, zeigten sich aber auch dankbar für das neue, das die Fortführung von Veranstaltungen wie dem Open-Air-Kino erst möglich macht. Zudem bot es einen guten Schutz vor Wind und Regen.

Bülles, der sich selbst scherzhaft ein „Fossil“ des Brückenkopfparks nennt, begleitet die Spielreihe schon von Anfang an und iniziierte sie damals mit. „Ich weiß jetzt schon, wer welche Decke mitnimmt und wer welchen Fresskorb“, sagt Bülles schmunzelnd über das Stammpublikum, das jeden Sommer mit Freude wiederkehrt. Das Publikum sei stets locker gewesen, berichtet er. Als in einem Jahr ein Kabel brach und der Film vorerst nicht weiterlief, nutzen die Zuschauer die Pause, um gemütlich ein Bier zu trinken. Die besondere Atmosphäre sei ganz wichtig, erklärt auch Jenny Lorbach vom Kulturbüro, „hier kommen manchmal auch Leute hin, die den Film schon gesehen haben“. Viele Zuschauer, die sich am Freitag „Monsieur Claude und seine Töchter 2“ ansahen, waren durch den ersten Teil gespannt auf die Fortsetzung und freuten sich erneut auf eine treffsichere Komödie, in der Monsieur Claude damit zu kämpfen hat, dass seine Töchter weg aus Frankreich und in die Heimatländer ihrer Ehemänner ziehen möchten.

Nicht jeder Film eignet sich für Open-Air

Doch welche Filme passen in ein Open-Air-Kino? „Man muss sich warmlachen können“, sagt Techniker und Mitveranstalter Daniel von Büren. Auch Lorbach und Bülles sind sich einig: Es müsse etwas für jeden Geschmack dabei sein. Allzu harte Kost sei dabei weniger passend, schließlich kämen auch immer Familien mit Kindern. Im KuBa-Kino zeigt sich im Vorfeld, welche Filme gut ankommen und welche weniger gut. Dabei funktionieren meistens Komödien wie „Monsieur Claude“, bei dem auch das Publikum im Brückenkopfpark immer wieder herzlich lachen konnte. Doch den größten Ansturm wird wohl der Film „Bohemian Rhapsody“ bekommen, der schon im Kulturbahnhof ein großer Erfolg war.

Für die Technik sei der Umzug in das neue Zelt ein bisschen aufwändiger geworden, so Daniel von Büren. Beispielsweise ist die Tonanlage nicht mehr fest installiert, sondern muss für jede Veranstaltung neu aufgebaut werden. In den letzten zehn Jahren habe sich bei der Technik für das Open-Air-Kino ansonsten nicht viel verändert, sagt er weiter. Da werden Projektoren etwas kleiner, Auflösungen besser, aber im Grunde sei es die gleiche Routine. Und zu der gehören immer auch Pannen. Zehn Minuten vor der Aufführung ist der Strom im Zelt weg, etwas unter Stress sucht von Büren nach dem Problem. Doch pünktlich um neun Uhr ist die Situation gelöst und es heißt „Vorhang auf“ für „Monsieur Claude und seine Töchter 2“.

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