Jülich: Mutige Reise: Als Freiwilliger nach Ecuador

Jülich: Mutige Reise: Als Freiwilliger nach Ecuador

Nur noch wenige Tage, dann beginnt für den 19-jährigen Jülicher Louis Lafos ein aufregendes Jahr. Für ganze zwölf Monate wird er als Freiwilliger in Ecuador im Einsatz sein. Kurz vor seiner Abreise wurde er von Bürgermeister Axel Fuchs im Jülicher Rathaus verabschiedet.

„Natürlich bin ich sehr aufgeregt“, beantwortete Louis Lafos die noch bei der Begrüßung gestellte Frage nach dem Befinden so kurz vor Abflug. Am 9. August startet das Flugzeug mit ihm und 17 weiteren Freiwilligen aus ganz Deutschland für die Austauschsorganisation „Experiment e.V.“ von Frankfurt/Main aus nach Panama, um von dort nach einem elfstündigen Flug nochmals für einige Stunden weiter nach Puéllaro zu reisen. An diesem Ort in über 3000 Metern über dem Meeresspiegel wird er für fast 50 Kinder der Schule „Adesca La Ruta Escondida“ zuständig sein, das heißt, ihnen bei der Gestaltung des Schulalltages helfend zur Seite stehen und Fünf- bis Zwölfjährigen die englische Sprache beibringen.

Untergebracht ist er auf einer Farm im Hochland, auf der ihn die bereits kontaktierte Gastfamilie mit zwei Kindern und einem Hund begrüßen und empfangen wird.

„Auf dieses Programm aufmerksam geworden bin ich durch einen Freund. Eigentlich wollte ich nach Südafrika, Indien oder China. Nun ist es Südamerika geworden, das ist mindestens genauso aufregend“, so der junge Mann. „Das werden ganz sicher Erfahrungen, die man nirgendwo anders sammeln kann“, beantwortet er die Frage des Bürgermeisters nach seinen Erwartungen an den Aufenthalt.

Mit der Stadt und dem Staat habe er sich im Vorfeld nur bedingt auseinandersetzen können: „Ich lasse alles auf mich zukommen. Ich weiß aber, dass das Eindrücke für das ganze Leben werden.“

Was auf jeden Fall mit muss? „Vor allem ein guter Rucksack und Regenjacke und Schuhe, dabei möglichst wenig aus Leder, denn die Luft ist dort oben nicht nur dünn, sondern auch feucht, weil es ab Oktober ziemlich viel regnen wird“, so Lafos. Auch über die Kommunikation in die Heimat hat er bereits nachgedacht: „Ich werde mir ein Prepaid-Telefon besorgen und werde einmal wöchentlich meinen Erlebnisbericht an einen E-Mail-Verteiler schicken, dann bleiben alle auf dem Laufenden.“

„Ich finde das total spannend und sehr mutig, es ist ein riesiger Schritt“, lobte Axel Fuchs das Engagement von Louis Lafos. Dessen Vater Frank Lafos habe dem Bürgermeister bereits stolz vom Plan seines Sohnes berichtet, was er selber als Vater zweier Kinder natürlich nachvollziehen kann.

Was Louis vermissen wird, ist klar: „Freunde, Familie und das Pub“, kommt die Antwort sofort. „Viele meiner Freunde beneiden mich um dieses Abenteuer, einige haben bereits ähnliche Erfahrungen gemacht und bestätigen mir, dass es das Beste ist, was man machen kann nach dem Abitur“, so Lafos.

Soziale Arbeit studieren

Was nach dem Jahr in Ecuador komme, möchte Axel Fuchs wissen. Auch dafür gibt es schon Pläne: „Ich möchte in Köln soziale Arbeit studieren. Ich habe schon früher entdeckt, dass ich einen Job haben möchte, der soziale Werte verkörpert“. Fuchs zeigte sich beeindruckt von den Plänen. „Ich hoffe, dass du viele schöne Erfahrungen und Erinnerungen aus Ecuador mit zurückbringst. Und vielleicht bringst Du ja auch ein Stück Jülich nach Südamerika“, so Fuchs, der dem Jülicher spontan ein paar Souvenirs mit auf den Weg gab, „um sich in der Ferne zu erinnern und den Schützlingen in der Schule seine Heimat ein Stückchen näher bringen zu können“.

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