Jülich: Musikalisches Trio parodiert Weihnachten

Jülich: Musikalisches Trio parodiert Weihnachten

Wenn auf die Frage „Welche ist die stressigste Zeit des Jahres“ die einstimmige Antwort des Publikums „Weihnachten“ erschallt, dann steht der Siegburger Musikkabarettist Nito Torres auf der Bühne. Mit seiner Weihnachtsshow „Swing Ding“ parodierte er das (besinnliche) Fest in der Halle des Jülicher Kulturbahnhofs.

Der Sänger, Schauspieler und Komiker Nito Torres steht zusammen mit Many Miketta (Bass) und Roland Miosga (Piano) auf der Bühne.

Beatles und Helene Fischer

Zu seiner Musikauswahl sagte Torres: „Es sind die Weihnachtsklassiker, teilweise mit anderen Texten und in anderen Versionen.“ Da wird „Here Comes the Sun“ von den Beatles zu „Hey Weihnachtmann“. Während des Liedes sang Torres dann die Frage: „Hey Weihnachtmann, willst du einen Schlitten oder doch lieber einen All Inclusive Cluburlaub?“ Daraufhin kündigte er ein Lied von botswanischen Wandermönchen an, welches im elften Jahrhundert sogar in das Walisische übersetzt worden sei. Gespannt wartete das Publikum. Es folge eine Version von Helene Fischers „Atemlos“ mit der Melodie des Kirchenlieds „Ave Maria“. Damit hatte der Künstler die Lacher des Publikums auf seiner Seite.

Die kulinarischen Genüsse der Weihnachtszeit nicht außer Acht lassend, hatte Torres auch einige Rezeptvorschläge für das Publikum mitgebracht. Vorgestellt wurde Weihnachtsgebäck aus Hackfleisch. Sein Lieblingsrezept: „Stilles Hack, heiliges Hack“.

Auch ein selbst geschriebenes Gedicht hatte der Künstler in seinem Repertoire. Ebenfalls brach hier seine Weihnachtskritik nicht ab. „Die Einzigen, sind wirklich froh, sind Mediamarkt, Amazon und Co., then it is Christmas Zeit“, lauten einige Zeilen des Gedichts in gewöhnungsbedürftigen Englisch. Mit und brüllendem Lachen und Ausrufen der Zustimmung honorierten die Zuschauer Torres‘ poetische Leistung.

Im zweiten Teil der Veranstaltung verließ Nito Torres kurzzeitig die schelmische Schiene seines Programms, und Andrea Miosga betrat die Empore der Halle. Mit Torres zusammen präsentierte sie Titel wie „Winter in Kanada“.

Auch seine Zugabe gab Torres nicht selbst. Während er mit ein paar Bissen einen großen Weihnachtsmann verschlang, ließ er die mehr oder minder textsicheren Zuschauer „Stille Nacht, heilige Nacht“ singen.

Schließlich kam die Parodie von Weihnachten zu ihrem Ende, und die Künstler wurden mit reichlich Applaus von der KuBa-Bühne entlassen. Nun steht auch für Nito Torres Weihnachten vor der Tür.

(mio)
Mehr von Aachener Zeitung