Jülich: Musikalisches Frühshoppen im Jazzclub Jülich

Jülich : Musikalisches Frühshoppen im Jazzclub Jülich

Bei Sonnenschein und zu Frühstück, Kaffee und dem ein oder anderen Bier hatte der Jazzclub Jülich musikalischen Frühshoppen ins Café Fleur geladen. Dazu wartete die „Ruhr-River Jazzband“ mit Musik der 1920er und 1930er auf.

„Mit dieser Musik sind wir als junge Leute groß geworden“, sagte Manni Mons (Posaune) von der „Ruhr-River Jazzband“ zum musikalischem Programm und weiter: „Von den Amerikanern mitgebracht, wurden wir durch diese Musik nach den Vorbildern der Dutch Swing College Band und Chris Barber damals ermutigt, selbst Musik zu machen.“

Damit standen im Café echte Jazzprofis auf der Bühne, die mit ihrer Musik schon um die halbe Welt gereist sind. Seit 1981 gibt es diese Jazzband.

Zum Frühshoppen spielten neben Manni Mons Dieter Brölsch (Trompete, Klarinette), Guido Pfennig (Saxophon), Helmut Schmidt (Banjo), Ferdinand Brinkkemper (Kontrabass) und Werner Towet (Drums) für Ruhr-River. Auch stimmliche Musik bot die Band. Hauptsächlich standen hier Towet und Brölsch am Mikrophon, wenngleich auch andere Bandmitglieder je nach Situation Songs mitsangen.

Den Schwerpunkt legte die Gruppe auf die Jazzstile Dixieland, Swing und Blues. Darunter Titel wie „Sweeping the Blues Away“ von Johnny Hodges, „When You’re Smiling“ beispielsweise interpretiert von Louis Armstrong, oder auch „Doctor Jazz“ von King Oliver.

Für einen besonderen Anlass unterbrachen die Jazzer ihr Programm. „Ich habe gehört, dass hier heute bestimmt 365 Zuhörer sind. Rein statistisch gesehen, muss dann heute jemand Geburtstag haben“, sagte Mons scherzend. Es folgte eine jazzige Version von „Happy Birthday to You“, bei der Mons und Brösch den Text des Liedes sangen.

Mit jubeldurchzogenem Applaus honorierte das Publikum die Darbietung und begrüßte das Vorstandsmitglied des Jazzclubs, Less Webb, auf der Bühne, der den Scherz von Mons auflöste und lächelnd anfügte: „Es ist ein wunderschöner Tag für unseren Frühshoppen, und ist es nicht fast noch besser, seinen eigenen Geburtstag feiern zu können, ohne dafür zu bezahlen?“

Das Publikum lachte auf. Teilweise folgten dementierende und nicht ernst gemeinte Rufe von Jazzclubmitgliedern. Die „Ruhr-River Jazz Band“ jazzte weiter, und die Besucher lauschten ganz der Musik oder vertieften sich frühschoppenmäßig in Gespräche.