JÜLICH: Musikalische Zeitreise in der Schlosskapelle

JÜLICH : Musikalische Zeitreise in der Schlosskapelle

Das Renommee der Veranstaltungen in der Jülicher Schlosskapelle ist längst nicht nur bei den Einwohnern der Herzogstadt etabliert. Diese Adresse ist für das interessierte Publikum ein Garant einer stets hochqualitativen Unterhaltung. Die vielseitig orientierten Kulturliebhaber waren beim „Tonalita“-Jubiläumskonzert in der bis auf den letzten Platz besetzten Schlosskapelle bestens aufgehoben.

Neben einer „Musikalischen Zeitreise“ wurde das Publikum zu atemberaubenden Ausflügen in die künstlerische Welt der klassischen und populären Musik, des Musicals, humorvollen Kabaretts und lyrischen Theaters eingeladen.

Der glanzvolle Abend fand seinen bescheidenen Ursprung vor zehn Jahren in sorgfältigen Proben zur Stimmbildung bei Inge Duwe. Den Anfang machten die beiden Sopranistinnen Ursula Keuter und Brigitte Mainz. Schon bald wurden sie von Claudia Pützer (Mezzosopran) und Ulrike Werres (Alt) bei den Übungsstunden begleitet. Mit der Beherrschung der Tonleiter wurde „Tonalita“ (it. Tonleiter) als Frauenchor und mit Inge Duwe, einer Meisterin der musikalischen Skala, als Leiterin geboren.

Ein Gartenfest war 2011 die Kulisse für ein Erlebnis der besonderen Art bei Wolfgang Schulz von der Gesellschaft „Frohsinn“ Stetternich. Seine erste Begegnung mit den Musikerinnen schildert er dem Publikum mit den Worten: „Ich sah, hörte und wurde sprachlos.“ Umgehend und einvernehmlich wurde die Mitwirkung der Chorsängerinnen bei den Lieder- und Theatertagen der Stetternicher Gesellschaft beschlossen und hat bis heute erfolgreich überdauert.

Charmant und kurzweilig führte Schulz durch das Konzertprogramm, wobei die eine oder andere Anekdote aus dem musikalischen Werdegang der „Tonalita“-Damen die Gemüter erheiterte. Was tut zum Beispiel eine Chorsängerin, die unter Flugangst leidet, vor einem internationalen Konzertauftritt in Warschau? Nun, sie macht einen Probeflug vom Düsseldorf nach Zürich, absolviert die gleiche Flugroute in umgekehrter Richtung und sagt ihre Teilnahme am Konzert in der polnischen Hauptstadt schließlich wegen ihrer Flugangst ab. Zum Glück lag für die Zuhörer die Jülicher Schlosskapelle keine langen Luftwege von den Sängerinnen entfernt, und mit dem vollständigen Ensemble erwartete sie ein vollkommener musikalischer Genuss.

Den Beginn des Benefizkonzertes für die Beratungsstelle für Frauen und Mädchen im Kreis Düren widmete „Tonalita“ den klassischen Noten der alten Meister Wolfgang Amadeus Mozart, Georg Friedrich Händels und Antonio Vivaldi, Antonin Dvorák und Johannes Brahms.

Schwungvoll und im perfekten Zusammenspiel mit der vokalen Darbietung begleitete Natalie Schmidt diesen Konzertteil am Klavier. Im zweiten Teil des Konzerts gewann das sichere Auftreten der Chorsängerinnen schauspielerische Züge. In der fröhlichen Atmosphäre des Abends fügte sich perfekt die Einladung zum Walzer ein.

(mavo)