Jülich: „Musik ohne Grenzen“: Hauskonzert in Wohnzimmeratmosphäre

Jülich: „Musik ohne Grenzen“: Hauskonzert in Wohnzimmeratmosphäre

Der Verein „Musik ohne Grenzen“ lud zu einem sommerlichen Hauskonzert mit ganz besonderen Interpreten. Familie Jan­knecht aus Barmen öffnete ihr Haus für die vielen Musikinteressierten, die der Einladung gefolgt waren.

In gemütlicher „Wohnzimmeratmosphäre“ — in der Pause mit Kaffee und Kuchen bewirtet — fühlten sich die Gäste willkommen. Musikalisch verwöhnt wurden sie von dem breiten Repertoire der beiden Künstler. Die polnische Sängerin Iwona Bialek und der von der Krim stammende Pianist Josef Marder boten ein breitgefächertes Programm, das von klassischer Musik, jüdischem Liedgut, Operette und Musical bis Jazz reichte.

Zur Einstimmung spielte Josef Marder jüdische Themen, die besonders die verschiedensten Stimmungslagen dieser Musik verdeutlichten — von sentimental, traurig bis überschäumend fröhlich beinhalten sie die gesamte Skala der menschlichen Gefühle.

Mit großer Authentizität vorgetragen erklangen zu Beginn bekannte jüdische Lieder, die Iwona Bialek emotional und äußerst klangvoll in schwungvoller Begleitung von Josef Marder vortrug. Erinnerungen eines alten Mannes an die Heimatstadt Belz, „Bei Mir Bistu Shein“, der Abschiedssong für Joschka, und „As Der Rebbe singt“ animierten zum Mitsingen und Mitklatschen.

In solistischen Beiträgen von Chopin bis zu einem schwungvollen Czardas zeigte sich Josef Marder als Pianist mit großem Können, der aber vor allem durch sein schwungvolles und kraftvolles Spiel begeisterte. Seine geheime Passion, den klassischen Jazz, lebte er leider nur bei einem Ragtime voll aus. Schade. Er war überaus hörenswert.

Bei den Tangos, den Operetten und den Musical-Melodien stieß Iwona Bialek in den Höhen an die Grenzen ihres Stimmumfangs, das jedoch der Freude an diesen Beiträgen keinen Abbruch tat, denn die Evergreens brachte sie ausdrucksstark und mit großem Charme.

Mit einem gesungenen Gebet für den Frieden endete ein bunter, musikalischer Nachmittag, der von den Künstlern mit großer Freude und Schwung gestaltet wurde und dem Publikum sichtliches Vergnügen bereitet hatte. So galt der Dank der Vorsitzenden des Vereins „Kultur ohne Grenzen“, Marijke Barkhoff-Freling, der gastgebenden Familie Janknecht, aber auch ganz besonders der Sängerin Iwona Bialek und dem Pianisten Josef Marder, die einen überaus unterhaltsamen musikalischen Nachmittag bescherten.

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