Jülich: Motten und Bakterien gefährden Kastanien auf Rurdamm

Jülich : Motten und Bakterien gefährden Kastanien auf Rurdamm

Die Bürgerinitiative (BI) Kastanienallee Rurdamm hat mit gut 30 Helfern den Rurdamm gesäubert und von Unrat befreit. Da die Kastanien den größten Teil ihres Laubes bereits vor einiger Zeit verloren haben und die Blätter schon weggeräumt wurden, veranstaltete die Initiative nun statt der Laub- eine Müllsammelaktion.

Bewaffnet mit Müllgreifern, -säcken und -eimern verteilten sich die Helfer entlang der Rur und säuberten fleißig die Grünflächen und Wege. Ein besonders großer Teil der Helfer bestand aus den Jülicher Pfandfindern des Stammes Franz von Sales. Der elfjährige Valentin erklärte geschäftig den Sinn der Aktion: „Wenn überall Müll herumliegt, haben die Leute keine Lust, hier spazieren zu gehen. Außerdem macht herumliegender Müll die Natur kaputt.“

Neben der Müllsammelaktion wurden zeitgleich die Nistkästen, die die Bäume am Wegrand entlang des Rurdammes säumen, für die nächste Brutsaison gereinigt. Auch die parallel laufende Auswertung der letzten Saison zeigte gute Ergebnisse. Voller Freude stellte die Bürgerinitiative fest, dass beinahe 90 Prozent der Nistkästen von den Vögeln genutzt wurden.

Allerdings waren zwei der Nistkästen von Hornissen befallen. Hier prüft die BI das weitere Vorgehen. „Die Kastanien haben dieses Jahr ungewöhnlich früh das Laub fallen lassen. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Miniermotte die Bäume stark befallen hat“, sagte Bauhofsleiter Markus Danz.

Die Miniermotte befällt die in der Baumkrone befindlichen Blätter und zerstört diese. Dies schadet dem Zustand des Baumes insofern, dass er wegen der fehlenden Blätter keine Fotosynthese mehr betreiben kann. Es kommt zu einer schlechteren Nährstoffversorgung des Baumes. Darüber machte Danz auf ein Bakterium der Gattung Pseudomonas aufmerksam. Dieses setze den bereits geschwächten Bäumen ebenfalls zu.

Um die Miniermottenverbreitung einzudämmen, hat die BI in den letzten Jahren einerseits das Laub gesammelt, denn hier befinden sich zahlreiche Raupen der Miniermotte im Puppenstadium. Und mit den Nistkästen werden natürliche Feinde der Motten praktisch an Ort und Stelle „gezüchtet“.