Linnich: Mobile Presse auf dem Linnicher Bauhof in Aktion

Linnich: Mobile Presse auf dem Linnicher Bauhof in Aktion

Wer einmal über den ganzen Winter seinen eigenen Apfelsaft hat trinken können, der kommt auf den Geschmack. Das weiß Agraringenieur Klaus Schulte von der Sauerland Obst GbR aus langer Erfahrung. Der Mendener ist jeden Herbst mit seiner mobilen Obstpresse unterwegs.

Direkt vor Ort presst er den Saft aus den Früchten, die die Leute ihm bringen. Auch in Linnich machte die mobile Obstpresse auf Initiative von Dorothee und Klaus Flaskamp Station.

Im Bauhof hatten Schulte und sein Mitarbeiter Karlos Bettermann ihre Gerätschaften aufgebaut. Am Ende eines langen Arbeitstages haben sie rund vier Tonnen Obst zu etwa 2400 Liter Saft verarbeitet.

Das Prinzip ist denkbar einfach. Obstwiesenbesitzer melden sich bei den Initiatoren an und bringen ihr Obst vorbei. Dabei kann es sich auch ruhig um Fallobst handeln, doch sollten keine faulen Stellen darin sein.

Vor Ort werden die Äpfel gewaschen und zerhackt. Die Maische wird anschließend gepresst. Auf 80 Grad wird der Saft nun pasteurisiert und in Kunststoffschläuche abgefüllt. Sie werden wiederum in die passenden Pappkartons, die man übrigens mehrmals verwenden kann, abgefüllt. Über ein Jahr halte sich dieser Saft, und auch angebrochen sei er noch sechs Wochen haltbar, versprechen Schulte und Co.

Einer, der schon seit Jahren dieses tolle Angebot nutzt, ist Bernd Etzel. Seine Familie verfügt über zahlreiche Obstbäume, und so bringt er jährlich etwa eine Tonne Obst vorbei. Er mischt allerdings Äpfel und Birnen. Klaus Schulte bestätigt, dass dies den leckersten Saft gibt. Die Birnen verleihen mehr Süße.

Überhaupt sollten verschiedene Apfelsorten gemischt werden. „Je mehr Sie mischen, desto aromatischer wird der Saft”, rät der Fachmann. Rund 400 Liter nahm Etzel in diesem Jahr wieder mit nach Hause. Sehr zur Freude seiner Mutter, denn bei deren 19 Enkelkindern kommt der Saft stets gut an.

Auch Susanne Weitz, die etwa 40 Obstbäume besitzt, ist froh, auf diese Weise ihre Ernte auch verwerten zu können. „Der Saft ist einfach toll”, bestätigt sie.

In diesem Jahr hatte Klaus Schulte übrigens vier fleißige Hände mehr. Henriette Kück aus Paraguay und Fabienne Fererons aus Frankreich absolvieren ein halbjähriges Praktikum bei der Biologischen Station des Kreises Düren und halfen an der Presse mit.

Ganz kostenlos ist dieses Angebot allerdings nicht. Fünf Euro kostet ein Fünf-Liter-Gebinde. Wer allerdings schon im Vorjahr da war und seine Pappboxen verwahrt hat, spart einen Euro.

Ein Dank der Initiatoren galt übrigens auch der Stadt Linnich, die nicht nur den Standort sondern auch Wasser und Strom zur Verfügung stellte.