„Straßenteufel“ gefeiert: Mit Klompen, Tempo und Gefühl durch Jackerath

„Straßenteufel“ gefeiert : Mit Klompen, Tempo und Gefühl durch Jackerath

Wenn sich der Sommer verabschiedet hat vom flachen Land, werden in Jackerath die Schubkarren bereit und die Klompen mit viel Fantasie auf Vordermann gebracht. Tief im Norden des Kreises Düren weiß man, dass das Feiern jung hält und Geselligkeit Frohsinn in den Alltag bringt.

So verkündet es jedenfalls Ortsvorsteher Artur Faulhammer in seinem Grußwort zur Jackerather Dorfkirmes. Der Mann weiß, wovon er spricht, schließlich residiert der „Stroßedüüvel“ nach seinem umjubelten Sieg im Schubkarrenrennen des vergangenen Jahres in diesem Jahr als Klompenkönig „Artur I. us de Schrienerei“. Und er war der erste Gratulant bei der neuen Klompenmajestät am Montag.

Der Startschuss zur Dorfkirmes fiel am Donnerstag mit dem Fassanstich im Festzelt. Der Freitag stand ganz im Zeichen der 13. Jackerather Après-Ski-Party, zu der DJ Domnic den richtigen Ton vorgab. Am Samstag geleitet man Klompenkönigin „Heike vom Petershof“ zu ihrem letzten Auftritt ins Festzelt, in dem der neue Klompenkönig beim Eröffnungsball feierlich und feucht-fröhlich proklamiert wurde. Beim sonntäglichen Festzug durch die geschmückten Straßen des Dorfs gab es viel Beifall für den König mit seinem Gefolge.

Der Kirmesmontag bietet traditionell ein ganz besonderes Spektakel, wenn Familien, Freunde und Vereine sich auf dem Pötzberg sammeln, um an einem der vielen Schubkarrenrennen teilzunehmen oder einfach nur bei der tollen Stimmung dabei zu sein und mitzufeiern.

Als Moderator am Mikrofon nicht wegzudenken ist Wolfgang Sieben, dem es mit den stets passenden Sprüchen stets gelingt, Teilnehmer für die einzelnen Rennen zu motivieren. Um erfolgreich zu sein, muss man nicht nur schnell sein, sondern auch das richtige Gefühl für die Kugel haben, die nichts anderes im Sinn zu haben scheint, als von der Schubkarre wegrollen zu wollen.

Nur echte Schubkarrenrennenprofis schaffen es, ohne Abroller das Ziel zu erreichen, so wie Florian Sieben, der die große Dorfrunde über 1287 Meter als Sieger in 8:07 Minuten bewältigte. Damit blieb er zwar über dem All-Time-Rekord von 5:53 Minuten, war aber deutlich schneller als der Vorjahressieger mit 9:45 Minuten. Pünktlich zum Ablauf der Meldefrist zauberte Wolfgang Sieben den berühmt-berüchtigten kleinen Zettel hervor, auf dem die Namen der Königsläufer vermerkt waren.

Georg Dienst, Georg Küppers, Peter Stock, Dieter Wirtz und Peter Wirtz waren die Kandidaten, die wild entschlossen die Schubkarre ergriffen und einen fulminanten Start hinlegten. Unter dem Jubel der Fans setzte sich Peter Wirtz („Wilde Sechziger“) nach der Kehrtwende leicht vom Feld ab und gab die Führung nicht mehr ab. Nach dem spannenden Finale ging es zum Festzelt, in dem beim Klompenball unter anderem die schönsten Klompen prämiert wurden.

(jago)
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