Kreis Düren: Missbrauchsvorwurf: Kirchenmitarbeiter in U-Haft

Kreis Düren: Missbrauchsvorwurf: Kirchenmitarbeiter in U-Haft

Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt gegen einen 49-jährigen Mitarbeiter der Evangelischen Kirche aus dem Kreis Düren, dem sexueller Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen sowie die Verbreitung kinderpornografischer Schriften in insgesamt 17 Fällen vorgeworfen wird.

Alle diese Fälle sollen sich laut Anklagebehörde 2014 ereignet haben. Es sei auch Kontakt zu den Opfern aufgenommen worden, ergänzt Jost Schützeberg, der dazu jedoch keine näheren Angaben machen wollte.

Anstoß aus anderem Verfahren

Der Aachener Staatsanwalt berichtete auf Anfrage unserer Zeitung weiter, dass Erkenntnisse aus einem anderen Verfahren die Ermittlungen überhaupt erst angestoßen hätten. Die führten am 20. Mai zur Festnahme des Beschuldigten. Bei den damit einhergehenden Durchsuchungsmaßnahmen seien neben Computern auch Datenträger sichergestellt worden, die bereits zu einem großen Teil ausgewertet worden seien.

Wegen Flucht- und Verdunklungsgefahr sitzt der verheiratete Mann seither in Untersuchungshaft, die das Amtsgericht Düren erließ.

Vermutlich Einzeltäter

Der kirchliche Arbeitgeber hat seinen Angestellten — es handelt sich nicht um einen Geistlichen — wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zwischenzeitlich vom Dienst suspendiert. Die Staatsanwaltschaft geht nach bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass der 49-Jährige als Einzeltäter agiert hat.

Nähere Informationen zu dem Fall mochte die Anklagebehörde indes aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben. Staatsanwalt Schützeberg geht aber davon aus, dass wegen der angeordneten Untersuchungshaft recht schnell mit einer Anklageerhebung zu rechnen ist.

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