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Jülich: Minikreisel in der Jülicher Einkaufsmeile die „einzige sinnvolle Lösung“

Jülich : Minikreisel in der Jülicher Einkaufsmeile die „einzige sinnvolle Lösung“

Als „einzige sinnvolle Lösung“ beschreibt der Leiter des Jülicher Ordnungsamts, Hans Pinell, die geplanten Minikreisel auf der Kreuzung Kölnstraße, Schloss- und Poststraße. Die hatte sich laut Kreispolizeibehörde bereits 2016 zur sogenannten Unfallhäufungsstelle entwickelt. Allein in dem Jahr führten drei schwere Unfälle mit zu Schwerverletzten und/oder hohem Sachschaden.

Mehrmals waren Fahrradfahrer beteiligt, sie kamen in der Regel aus der verkehrsberuhigten Zone der Kölnstraße, ohne zu wissen, dass sie den anderen Verkehrsteilnehmern Vorfahrt gewähren mussten. „Das war eine sehr unglückliche Situation, besonders auch für die Fußgänger“, sagt Pinell.

Um weitere Unfälle zu verhindern, hat der Planungsausschuss der Stadt nach Abwägung verschiedener Möglichkeiten ein Ingenieurbüro beauftragt. Das Problem: Der Platz ist begrenzt und zu klein für einen richtigen Kreisverkehr. Die Lösung soll ein Minikreisel sein.

Der Plan des beauftragten Ingenieurbüros liegt nun vor. Der Mittelkreis des zukünftigen Kreisels wird mit einem Durchmesser von 2,50 Meter größer sein als der des jetzt eingerichteten Provisoriums. Er soll nur leicht erhoben werden, damit auch große Lkw passieren können. Die Fahrbahn wird mit circa vier Metern Breite etwa gleich bleiben. Die größte Veränderung sind die geplanten Fußgängerüberwege an Schloss- und Poststraße.

Kostenfaktor Beleuchtung

Die Kosten für das Vorhaben liegen bei rund 80.000 Euro. Ein Antrag des Tiefbauamts beim Land NRW ist bereits gestellt. „Wir hoffen, dass 80 bis 90 Prozent der Kosten übernommen werden“, sagt Pinell. Klar ist aber, dass die Kosten nicht ohne Grund so hoch angesetzt sind, obwohl einige Bürger in den sozialen Medien ihren Unmut über die angebliche „Geldverschwendung“ kundtun. „Da der Platz so begrenzt ist, sind Tiefbauarbeiten nötig. Gleiches gilt für die Fußgängerüberwege, für die der Bordstein abgesenkt werden und eine teure Beleuchtungsanlage installiert werden muss“, sagt Pinell.

Zum Bau selbst will sich der Leiter des Ordnungsamtes nicht äußern. Ob es zu Sperrungen, Teilsperrungen oder mit Ampeln geregelten Durchgangsverkehr kommt, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar und müsse mit der Baufirma abgesprochen werden.

Bis die Pläne in die Tat umgesetzt werden, ist es ohnehin noch ein langer Weg. Wenn der Antrag bewilligt ist, muss der Ausschuss für Planung, Umwelt und Bauen über den Restbetrag abstimmen. Wenn diese Hürden überwunden sind, muss das Projekt ausgeschrieben werden, dann müssen die Witterungsbedingungen mitspielen.

Bestenfalls sollen die Bauarbeiten Anfang 2019 beginnen, „vielleicht wird es auch Mitte des Jahres“, sagt Pinell. So lange konnte die Stadt jedoch nicht warten. Um die Gefahrenstelle möglichst schnell zu entschärfen, wurde vergangene Woche ein Kreisverkehr aufgemalt und entsprechende Beschilderung aufgestellt.

Der Leiter des Ordnungsamts ist mit dem Provisorium zufrieden, aber nur für den Übergang. „Natürlich ist das nicht die optimale Lösung, aber als abgespeckter, provisorischer Kreisverkehr ist es eine deutliche Verbesserung zu vorher“, sagt er. Bei den Bürgern ist die Zwischenlösung umstritten, wie anhand vieler Kommentare in den sozialen Medien und auch bei Leserbriefen in dieser Zeitung deutlich wurde.

Pinell selbst habe kein negatives Feedback erreicht. „Man muss den Gewinn sehen und der besteht darin, Fußgänger und Radfahrer besser zu schützen.“ Und tatsächlich scheinen sich die Verkehrsteilnehmer inzwischen auf die neue Situation eingestellt zu haben. „80 bis 90 Prozent der Verkehrsteilnehmer halten sich dran“, sagt Pinell. „An den restlichen zehn bis zwanzig Prozent müssen wir noch arbeiten.“ Daher habe er die Polizei gebeten, den fließenden Verkehr an der Kreuzung regelmäßig zu überwachen.