Jülich: Meisterliches Crossover von zwei Klasse-Pianisten

Jülich: Meisterliches Crossover von zwei Klasse-Pianisten

Bei der Sonderveranstaltung in der Reihe der Jülicher Schlosskonzerte gastierten Chris Hopkins und Bernd Lhotzky. Noten benötigten sie wirklich nur bei wenigen Stücken.

Meist gelang ihnen gerade bei den Improvisationen durch große Spontanität meisterliche Jazz-Crossovers mit anderen Musiktraditionen. Verschiedenste musikalische Formen, Melodik, Harmonik und Rhythmik wurden individuell von ihnen genutzt, um diese jazzige, auf rhythmisches Bewegungsgefühl zielende Interpretation zu erreichen.

Spontane Interaktionen zwischen den beiden Musikern, ihre stilistische Individualität und Aufgeschlossenheit machten den Abend zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Sie entwickelten eine persönliche Improvisationssprache, die dem Titel des Konzertes „Kabinettstückchen von Beethoven bis Brubeck“ voll gerecht wurde. Vom Schlaflied, das natürlich seine Wirkung verfehlte, über Beethovens „Für Elise“, Brahms „Ungarischen Tanz“, Chopins „Trauermarsch“ begegnen dem Zuhörer bekannte Werke im Classic Jazz Format, die neben Eigenkompositionen und Jazz Standards aus dem „Great American Songbook“ das vielseitige Repertoire der Musiker beweisen.

Humorvoll moderierten Chris Hopkins und Bernd Lhotzky den Konzertabend, der nicht nur von pianistischen Glanzleistungen lebte, sondern durchaus auch kammermusikalisch eine Herausforderung darstellte. Die Improvisationen zu Werken aus Klassik und Romantik gewannen zusätzlich durch die Möglichkeiten, die das Musizieren an zwei Flügeln eröffnete.

Chris Hopkins und Bernd Lhotzky entfachten ein musikalisches Feuerwerk, das von den Zuhörern in der Schlosskapelle mit viel Applaus honoriert wurde.

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