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Jülich: Mehr als ein Briefkasten für Wohnungslose

Jülich : Mehr als ein Briefkasten für Wohnungslose

„Wir katholischen Verbände sind bereit, kreativ und innovativ für die benachteiligten Menschen zusammenzuarbeiten, Synergieeffekte und vorhandene Ressourcen zu nutzen”, betont Norbert Schoeller, hauptamtlicher Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins „In Via Düren-Jülich”, einem Fachverband der Caritas, dessen Kerngeschäft die Wohnungslosenhilfe ist.

Seit 1993 in Düren tätig, hatte der Verein bereits vor zehn Jahren nach einer Bedarfserhebung erstmalig beschlossen, die „Situation für Menschen in Jülich nachhaltig zu verbessern, weil es für wohnungslose Jülicher sehr schwierig ist, nach Düren zu kommen”.

Was bisher stets „an den Finanzen scheiterte”, ist seit Februar umgesetzt. Ein glücklicher Umstand war hierbei der Umzug einer Caritasstelle ins Jülicher Altenzentrum St. Hildegard.

Drei katholische Verbände befinden sich nunmehr unter einem Dach in der Stiftsherrenstraße 7, der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Jülich und der SkF Düren und „In Via”; alle leisten „Menschen in sozialen Schwierigkeiten Rat und Hilfe”.

Während der Kernbereich des SkF Düren die Schwangerenberatung ist, arbeitet die weit umfassende soziale Kooperative SkF Jülich - „In Via” darüber hinaus in einem Beratungsbereich, „in räumlichem und teilweise fachlichem Zusammenhang”.

„Menschen, die keine Wohnung haben, befinden sich in einem schwierigen sozialen Prozess, in einer Abwärtsbewegung, die in die gesellschaftliche Isolation führt”, bringt Schoeller die Problematik auf den Punkt.

Dem will die entstehende „Fachberatung für Wohnungslose” gemeinsam mit dem bereits bestehenden Beratungsangebot des SkF entgegenwirken. Neben Beratung und persönlicher Betreuung erfahren Hilfesuchende hier unter anderem Unterstützung in der Grundversorgung, der Wohnungs-, Ausbildungs- und Arbeitsplatzbeschaffung sowie im Umgang mit Schulden, der Problemklärung mit Behörden und lernen außerdem Begegnungsangebote kennen.

Ein wichtiger Punkt ist das Angebot einer Postadresse für Wohnungslose, damit sie „Existenz sichernde Leistungen beantragen können”. Sie kann wie die soziale Beratung der beiden gemeinnützigen Vereine an jedem Werktag genutzt werden.

Darüber hinaus befindet sich die teilbetreute „In Via”-Wohngemeinschaft „Mitten drin” inzwischen komplett in Jülich und bietet neun Wohnungslosen (zurzeit sind es zehn) ab 21 Jahren bis zu zwei Jahren eine Heimat.

Während dieser Zeit erarbeiten Fachleute gemeinsam mit den Bewohnern ein Hilfeplanverfahren, das Maßnahmen zur Erreichung angestrebter Betreuungsziele vereinbart. „Wir müssen zurzeit überbelegen, weil der Bedarf so groß ist”, bekräftigt Schoeller die „mehr als richtige Entscheidung, nach Jülich zu gehen”.