"Matze, die kleine Mietzekatze" im Kuba gezeigt

Kindertheater in Jülich : Elegante, akrobatische Einlagen

„Schon ganz gespannt“ auf das Stück „Matze, die kleine Mietzekatze“ war nicht nur die Jülicher Kulturmanagerin Nadine Klingbiel, sondern etliche Kinder zwischen drei und sechs Jahren – die meisten unter ihnen besuchten offensichtlich erstmals ein Theaterstück.

Das Spiel auf der Bühne im Kuba entpuppte sich als kontrastreiche Performance zwischen Tanz-, Puppen- und Schauspiel. Als Puppenspielerin für das ostbelgische Figurentheater „Fithe“ inszenierte Olga Blank im gelben Hosenkleid den Spannungsbogen von der einsamen Single-Frau bis hin zur Erfüllung durch einen Lebensgefährten, in dem Fall die Katze, getauft auf den Namen „Matze“. Dass Blank auch freischaffende Tänzerin und Tanzpädagogin ist, offenbarte sie in vielen, elegant und lautlos präsentierten akrobatischen Einlagen – sehr zum Vergnügen der Kinder. Zunächst erwies sich die Konversation mit sich selbst und dem Publikum als non-verbal, die Puppenspielerin überzeugte durch ausdrucksstarke Mimik und Bewegungen. Die Geräuschkulisse bestand einzig aus Tiergeräuschen und Kinderlachen. Blank sang das Lied „Was Einsamkeit macht...“ und spulte ihren Tagesablauf von der Morgentoilette bis hin zur kreativen Kontaktsuche mit ihrem Mantel am Garderobenhaken ab. Ein Piepsen unter der Couch animierte sie zum Aufstellen einer Mausefalle. Als die stilisierte Maus unter einem roten Hut unter der Couch hervorsauste, tauchte neben der Puppenspielerin die Katze auf, die sich zuvor bereits durch das Auftauchen weißer Pfoten angekündigt hatte. Es entwickelte sich eine Beziehung von Mensch zu Katze, die sich teil in Miauen, aber auch zunehmend in menschlicher Sprache zeigte. Während der erste Satz aus den Worten „Du da...raaau“ bestand – Blank wollte Matze zum Mäusefang animieren – entwickelte sich eine echte Konversation mit Matze und den Kindern im Publikum. Als Höhepunkt lockte gegen Ende des Stücks ein Schattenspiel mit einem beleuchteten Wohnhaus, in dem sich eine Frau bewegte, und einer Katze im Regen auf einem großen Baum. Die Frau verließ schließlich mit Hut und Regenschirm das Haus, um die verlorene Katze zurückzuholen, die Situation im Schatten auf der Leinwand wurde ins Bühnenspiel integriert. Frau und Katze räumten zusammen auf und Matze verließ nicht mehr das Haus, sondern nahm im Gegenteil im Körbchen Platz. Nun war Blank „nicht mehr alleine“, was sie fröhlich vor sich her trällerte. Die Kinder applaudierten und brüllten „danke“.

(ptj)