Jülich: Martinsmarkt: "Kurzweyl" im Schatten der Kirche

Jülich: Martinsmarkt: "Kurzweyl" im Schatten der Kirche

Historische Handwerker und Händler hatten sich zum neunten Mal um ihre eisernen Feuerkörbe im Schatten der Propsteikirche niedergelassen.

Unter der Ägide des Juliacum Entertainment Service boten sie in historischer Gewandung hochwertige, selbst gefertigte Waren an, wobei sich die Gäste inmitten der Vielfalt der Bekleidungen ins Mittelalter zurückversetzt fühlten.

Sie bewunderten die vielen wunderschönen langen Damenkleider mit geschnürtem Oberteil und Fledermausärmeln aus Samt oder Leinen, einen Gehrock für den Herrn sowie ein breit gefächertes Sortiment an Schmuck oder Wasserpfeifen. Mit Brokatfäden verzierte Tücher, gegerbte Felle, hochwertige Leder- oder Kettenwaren aller Art, Trinkhörner oder schlicht „Schnickschnack aus der Schatulle“ komplettierten das Angebot.

Moderne Gerätschaften

Beim Nähen der Kleider bedienen sich viele Hersteller moderner Gerätschaften, gestickt wird immer per Hand. So wirbt der Veranstalter zu recht damit, dass die „wundervollen Kostbarkeiten des mittelalterlichen Martinsmarktes in keinem Geschäft zu finden sind“. Gäste verweilten bei recht kühlen, aber meist freundlichen Temperaturen an den Ständen, mit einer Tasse Met, Glühwein oder Kakao in der Hand. Erlesene Beerenweine im Tonkrug oder Liköre in der sich verschlankenden Glasflasche warteten auf Abnehmer, genauso wie Teemischungen, Trockenobst, Nougat, Nüsse, Bonbons und exotische Gewürze.

Wer mochte, konnte seinen Körper bemalen lassen, zur Auswahl standen von Hand gemalte Henna-Tattoos, wasserfeste Körpermalereien und natürlich Kinderschminken im „Atelier Pinselohr“.

Für wenige Taler stand auch das „Edelstein-Orakel“ bereit.

Zur „Kurzweyl“ für die Kinder zählten etwa das Ziehen eines Glücksfadens mit einem langen Holzstab, der mit einem Haken versehen war. Der gezogene Faden wurde wie ein Los gegen einen Preis eingetauscht.

Reich war das Speisenangebot nach historischen Rezepten, von der Feldbeckerey bis hin zur Suppenküche. Handwerksdemonstrationen und Kinderaktionen, Gaukler und Narren belebten den Markt. Gesammelte Spenden kommen erneut dem Sonnenweg zugute.

(ptj)
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