Maarja Purga und Hanna Heinmaa boten hochkarätige Sonntagsmatinee

Konzert in der Overbacher Klosterkirche : „Die Zeit der Seelen“ mit Liedern von Schubert und Mahler gefeiert

Beide Künstlerinnen, die Mezzosopranistin Maarja Purja und die Pianistin Hanna Heinmaa, stammen aus Estland. In ihrer Heimat ist es Brauch, zwischen dem 1. November und dem 1. Advent die „Zeit der Seelen“ zu feiern. So widmeten sie die Konzertstunde am Sonntagmorgen diesem Thema.

In der gut gefüllten Overbacher Klosterkirche erklangen Lieder von Franz Schubert und Gustav Mahler, die alle dem Thema Tod, dem Gedenken an die Verstorbenen, dem Leben im Hier und Jenseits gewidmet waren.

Maarja Purga gelang es mit ihrer warmen, strahlend schönen Stimme und großer Ausdruckskraft, die Stimmung der Schubertlieder, die großen Frieden vermitteln, mit Einfühlsamkeit wiederzugeben. Die Textzeilen „Nun tobe, du wilder, gewaltiger Sturm, im Herzen ist Frieden, im Herzen ist Ruh“ beschreiben wie ein Mensch nach den stürmischen Zeiten seines Lebens seinen inneren Frieden mit Gott und sich selbst gefunden hat.

Auf das Fest Allerheiligen ist die „Litanei“ geschrieben. Die Textzeilen „Ruhn in Frieden, alle Seelen, Die vollbracht ein langes Quälen, Die vollendet süßen Traum, Lebenssatt, geboren kaum, Aus der Welt hinüberschieden: Alle Seelen ruhn in Frieden“ umreißen die Nöte des Menschen in der Auseinandersetzung mit seiner Sterblichkeit, geben aber auch der Hoffnung des Glaubens Ausdruck auf ein Weiterleben der Seelen nach dem irdischen Dasein.

Hanna Heinmaa wurde dem anspruchsvollen Klavierpart mit großem künstlerischen Anspruch gerecht, unterstrich und vertiefte somit die musikalische Aussage der Lieder.

Gut gewählt war der Kontrast mit den Liedern von Gustav Mahler, dessen Kompositionen von Träumen, Seligkeiten, Geheimnissen und manchmal auch schaurigen Gegebenheiten erzählen. „Ich bin der Welt abhandengekommen, Mit der ich sonst viel Zeit verdorben ich bin gestorben dem Weltgetümmel, Und ruh’ in einem stillen Gebiet! Ich leb’ allein in meinem Himmel, In meinem Lieben, in meinem Lied“. Diese Zeilen aus dem gleichnamigen Mahler-Lied spiegelten die Stimmung der Matinee wider, die dank der beiden Musikerinnen zu einer gehaltvollen, beglückenden Konzertstunde wurde. Text und Musik, die großartige Sängerin Maarja Purga, die alle Facetten der Lieder mit Leichtigkeit und großem Einfühlungsvermögen herausarbeitete und die brillante Pianistin, die bei den Mahler-Liedern die ursprünglich vorgesehene Orchestration nachempfand, machten die Stimmung und die Nachhaltigkeit des Eindrucks aus. Die Konzertstunde wurde von den Zuhörern mit großer Begeisterung aufgenommen und viel Beifall honoriert.

(hivi)
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