Jülich: „Loss mer singe“ wird zum Selbstläufer

Jülich: „Loss mer singe“ wird zum Selbstläufer

„Das ist absolut geil“, lautete ein begeisterter Kommentar zu später Stunde. Dicht an dicht standen die Fans des „Einsingens für den Karneval“ in der KuBa-Kneipe, feierten und sangen — und das an einem Donnerstagabend. Initiator Thomas Beys hatte die Kölner Kultreihe „Loss mer singe“ mit offizieller Genehmigung nach Jülich und Düren geholt und 20 Titel aus den Hunderten Kneipenhits aus dem rheinischen Karneval, inklusive solcher aus dem Kreis Düren ausgewählt.

„Geht wohlwollend an die Lieder ran, es ist Geschmacksache“, regte er vor dem gemeinsamen Singen an. Gerne nahmen die Jecken die Refrain-Textblätter zur Hand und gaben jedem Lied eine Chance. Sie starteten mit dem verheißungsvollen „Dat weed ne schöne Dach“ von den Paveiern.

Titel Nummer 2 gab das Thema des Abends wieder: „Loss mer singe“ von den Klüngelköpp.

Zum gemeinsam mit Herzblut angestimmten Repertoire zählten Stücke von den Brings, den Bläck Fööss, den Bremsklötz oder der Cölsche Crew und natürlich von der Stimmungsband Cat Ballou, die zu später Stunde noch live auf der Bühne aufspielte.

Stimmzettel zur Hand

Ein Schnelldurchlauf, der im Anschluss jedes Stück noch mal in Erinnerung rief, gönnte den Fans eine Singpause. Sie nahmen Voting-Zettel und Kugelschreiber zur Hand und stimmten über die Platzierung des Lieblingskneipenhits 2014 ab. Die „Auszählcrew“ ermittelte „Kölsche Jung“ von Brings zum Siegertitel, gefolgt von „Hück steht die Welt still“ von Cat Ballou. Die ersten sechs Titel in der Gewichtung wurden mit nicht weniger „Jeföhl“ als zuvor noch einmal angestimmt. Es besteht sogar die Möglichkeit, die Auswahltitel in die Liste der Top-20 aufzunehmen.

Als zu später Stunde die Kölsch-Rock-Popband Cat Ballou in die Kubakneipe einzog, kannten die ausgelassenen Fans kein Halten mehr. „In ein paar Jahren sind das die Bläck Föös“, begeisterte sich KuBa-Geschäftsführer Cornel Cremer. Mit „Dat elfte Jebot“ starteten Sänger und Gitarrist Oliver Niesen, Bassist Kevin Wittwer, Keyboarder Dominik Schönenborn und Schlagzeuger Michael Kraus aus Bergisch Gladbach ihr von den Fans umjubeltes Rock-Pop-Konzert mit einer Prise Ska.

Als der „Loss mer singe“-Siegertitel „Hück steht die Welt still“ gespielt wurde, war das keineswegs im KuBa der Fall. Mehr hätte eine Band kaum gefeiert werden können. Besondere Begeisterung brandete ebenfalls bei „Ming Stadt“ auf, ebenfalls Titel im Repertoire des Abends.

Sicher bezogen die singenden Fans den Text auf Jülich: „Du bes ming Stadt — Du bes ming Musik, Du bes ming Sproch — Du bes ming Siel“. Außer Zweifel steht, dass die lokale Veranstaltungsreihe „Loss mer singe“ ein absoluter Selbstläufer geworden ist.

(ptj)