Lions Club Jülich veranstaltet Konzert für Senioren

Konzert für Senioren : Ein musikalisches Fest der Gefühle

„Junge Talente zu fördern und Musik auf höchstem Niveau in die Öffentlichkeit zu tragen, sind die wichtigsten Aspekte beim Musikförderpreis des Lions Clubs Jülich“. So lautete das Motto zum dritten, im vergangenen Frühling ausgelobten Wettbewerb.

Wenn damals die Atmosphäre in der Schlosskapelle einem exklusiven Gala-Konzert glich, so trug sie jetzt die wichtigsten Merkmale eines musikalischen Festes der Gefühle und der Menschlichkeit. Mit ihrem „Sonderkonzert für Seniorinnen und Senioren“ aus den umliegenden Heimen spannten die Lions eine Brücke zwischen der jüngsten und der ältesten  Generation der Gemeinde, wobei die Musik als universelle Sprache die Bausteine lieferte.

„Mit unseren Projekten möchten wir etwas Gutes für die Kinder bewirken aber auch für die Menschen, die anderen geholfen haben, groß zu werden“, betonte in seiner Begrüßung der Präsident des Lions Clubs, Prof. James Ritman. Rund einhundert Senioren nahmen Platz im Zuschauerraum am Tag des „Sonderkonzerts“, das wahrlich ein besonderes war. Noch bevor die ersten musikalischen Klänge den Raum erfüllten, fokussierte die Frage des Moderators Christoph Dohr, „Was bedeutet Musik in deinem Leben?“, die Gedanken aller Anwesenden auf das momentane Geschehen.

Sie ließ die jugendlichen Künstler ihr Lampenfieber, aber auch die Rollstühle und die Gebrechen des Alters bei den Gästen vergessen. Mit fabelhafter Interpretation einer Komposition von Clara Schumann brachte die diesjährige Förderpreisträgerin Annika Franke die Lebenskraft der Musik zur Geltung. Von einer gefühlvollen Erfahrung zeugten die Gesichter der Zuhörer, als Marco Gross mit seiner Trompete die Melodien ihrer Jugend zum Leben erweckte.

Ob in  Erinnerungen versunken oder verträumt, lauschten die Zuhörer gebannt den Jazz-Klassikern  „Autumn Leaves“, „Moon River“ und „What a Wonderful World“. An diesem Nachmittag störte es niemanden, wenn ein begeisterter Kommentar während der Darbietung der zweiten Partita nach Johann Sebastian Bach etwas lauter im Zuschauerraum geäußert wurde, denn genau das machte die Harmonie dieses besonderen Konzerts vollkommen. Als würde sie dadurch beflügelt, führte Carolyn Shen virtuos ihren solistischen Geigenpart aus, weil „Musik vor allen Dingen Spaß bereiten soll und diesen möchte sie mit anderen Menschen teilen“. Es hätte sicherlich auch den lebensbejahenden Maestro Wolfgang Amadeus Mozart nicht bekümmert, dass während der Aufführung seines „Klaviertrios“ ein wenig Bewegung im Zuschauerraum entstand, weil jemand kurz den Raum verlassen musste.

Das Leben menschlicher machen

Mit Mozarts Werk vermittelten die jungen Musiker Clara und Till Stümke (Violine und Cello) den Triumph jener musikalischen Lebensfreude, die ausnahmslos alle Umstände des menschlichen Lebens wertzuschätzen lehrt. „Wir suchen Wege, das Leben in der Jülicher Umgebung menschlicher zu machen“, sagte Prof. Ritman. Mit diesem ergreifenden, wichtigen Konzert wurde einer dieser Wege gefunden, was ein langer Applaus und der zum Abschied aus dem Publikum verlautete Satz, „danke, es war ein Genuss“, bestätigten.

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