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Glasmalerei-Museum: Linnicher Museum wartet auf Ende der Bauarbeiten

Glasmalerei-Museum : Linnicher Museum wartet auf Ende der Bauarbeiten

Ganz im Zeichen des 20-jährigen Bestehens, das am 29. November 2017 vollendet wurde, steht das laufende Jahr für das Linnicher Glasmalerei-Museum, das indes aktuell im Mittelpunkt einer Baustelle steht, deren Ende derzeit nicht abzusehen ist.

„Wir leben noch“, nimmt Museumsleiterin Myriam Wierschowski die aktuellen Umstände, die sich auch an den Besucherzahlen ablesen lassen, mit Galgenhumor. „Die Stadt Linnich will sich auf keinen Termin festlegen“, bedauert sie zudem die sehr eingeschränkte Planbarkeit verbindlicher Termine, die auch den vorgesehenen Festakt zum 20-jährigen Bestehen und die Eröffnung der begleitenden Ausstellung „Unsere Werte und Lichtblicke. Schenkungen an die Stiftung und den Förderverein Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich 1997— 2017“ einschließt.

Da ist es für Wierschowski und ihr Museumsteam nur ein geringer Trost, dass auch und vor allem das Glasmalerei-Museum von der Umgestaltung der Linnicher Innenstadt profitieren werden. Damit verbunden gibt es noch einen besonderen Leckerbissen für die Linnicher Bevölkerung: An jedem ersten Sonntag im Monat ist der Besuch des Glasmalerei-Museums für die Linnicher Bürger kostenlos. Die Vorlage des Personalausweises an der Kasse genügt.

Schau ist fast fertig aufgebaut

Die Ausstellung zum 20-Jährigen sei zwar schon fast fertig aufgebaut, ob sie im Frühjahr oder erst im Sommer gezeigt werden könne, stehe derzeit aber noch in den Sternen. Auf jeden Fall wird in allen Räumen des Hauses bis in den September hinein eine Auswahl der Schenkungen der letzten beiden Jahrzehnte präsentiert. Sie umfasst Glasmalerei, Entwürfe und Kartons einer Vielzahl von Künstlern aus verschiedenen Epochen.

Die jüngste Schenkung ist ein Werk, das schon lange in dem Linnicher Spezialmuseum beheimatet ist: Das 1984 geschaffene „Musikfenster“ von Prof. Johannes Schreiter, das bisher als Leihgabe ausgestellt worden ist, haben der Künstler und die Glasmalereiwerkstatt Wilhelm Peters aus Paderborn dem Museum zur Jahreswende geschenkt. Das Werk aus dem Fensterzyklus der Heidelberger Heiliggeistkirche ist eines der progressivsten Bildprogramme in der Glasmalerei des 20. Jahrhunderts.

„Wir werden überall wahrgenommen“, verweist die Museumsleiterin auf das Renommee, das sich das Museum in zwei Jahrzehnten als Forum für Glasmalerei erarbeitet hat. So gehe derzeit Kultur verloren, da viele wertvolle Kirchenfenster zerstört werden. Dabei sei gerade das Rheinland die Wiege der modernen Glasmalerei des 20. Jahrhunderts, in der die Wichtigkeit der Kulturlandschaft widergespiegelt werde.

Hinweisschild an der A44

Dazu und zum runden Geburtstag passt auch, dass das Museum nach vielen vergeblichen Anläufen endlich ein großformatiges Autobahnschild auf der A 44 erhält. „Das ist ein besonderes Geburtstagsgeschenk“, freut sich Myriam Wierschowski, dass dieser Wunsch endlich bei den Entscheidungsträgern in Düsseldorf Gehör gefunden hat und dazu beitragen wird, den Bekanntheitsgrad des Museums zu steigern. So ist unter anderem daran gedacht, das fertige Hinweisschild vor der eigentlichen Aufstellung an der Bundesfernstraße am oder im Glasmalerei-Museum zu präsentieren.

„Russland — Perestroika bis Putin“, ist die zweite Ausstellung überschrieben, die vom 13. September an Fotos von Daniel Biskup zeigt. Den Anstoß hat der Kreis Düren gegeben, denn 2019 findet die XV. Deutsch-Russische Städtepartnerschaftskonferenz in Düren statt. Daniel Biskup dokumentiert seit seiner ersten Reise 1988 den massiven politischen und kulturellen Umbruch der Ostblock-Staaten und insbesondere der ehemaligen UdSSR mit seinen eindrucksvollen Fotografien.

So hat sich Daniel Biskup den Beinamen „Auge der Revolution in Ost-Europa“ erworben. Wie kein Zweiter hat er die russische Gesellschaft in Zeiten des Wandels dokumentiert. Intime Aufnahmen geben den Alltag der Menschen von Minsk bis Kaliningrad, von St. Petersburg bis Moskau während des radikalen Umbruchs durch eine bestechende Authentizität wieder.