Linnich: Linnicher Andreasmarkt findet trotz Umgestaltung der Innenstadt statt

Linnich: Linnicher Andreasmarkt findet trotz Umgestaltung der Innenstadt statt

Same procedure as every year? Nein, das traf diesmal auf den Linnicher Andreasmarkt definitiv nicht zu. Vieles war anders als in den Vorjahren. Und das hat nicht zuletzt mit der Umgestaltung der Innenstadt zu tun. Die „Perle im Nordkreis“, wie Udo Zimmermann, Vorstandsmitglied der Sparkasse Düren, Linnich bezeichnete, hat sich auf den Weg in eine glänzende Zukunft gemacht.

Aber zurzeit ist Linnich Baustelle, betonte Bürgermeister Marion Schunck-Zenker beim Empfang im Rathaus. Da ist es rund um die Perle auch mal „laut und dreckig“. Wegen Baustelle für Stände geschlossen war deshalb die Rurstraße — und der Place de Lesquin gleich mit, denn der hätte als Ausstellungsfläche für Landmaschinen aller Größen das Dasein eines Wurmfortsatzes gefristet.

Die Bürgermeisterrunde: „Ex“ Dany Wattebled. Gastgeberin Marion Schunck-Zenker, Dolmetscherin Barbara Müller und Lesquins neuer „le Maire“, Jean Marc Ambroziewicz (v.l.n.r.). Foto: Jones

Mit dem Wegfall des Kirmesplatzes blieben auch die Landmaschinen dem Markt fern — aus Solidarität die Vertreiber von landwirtschaftlichen Gerätschaften gleich mit und letztlich der landwirtschaftliche Kern des Andreasmarktes.

Gekommen waren allerdings die Vertreter von Behörden, Wirtschaft, Vereinen, Schulen und Kindergärten und Nachbarkommunen. Ihre Bürgermeisterkollegen in den Blick nehmend, meinte Marion Schunck-Zenker mitfühlend und entschuldigend: „Es ist zurzeit einfacher, den Weg nach Linnich zu finden, als durch Linnich.“

Die Politik war natürlich auch im Rathaus. Die kommunale wie die hohe. Während der Forschungsminister Thomas Rachel (CDU) sich vom Tagesgeschäft in Berlin freimachen konnte, musste Kollege Dietmar Nietan (SPD), „eingebunden in sehr intensive Gespräche“, passen. Aus der Landespolitik war Dr. Patrizia Peill (CDU) gekommen.

Kleine Delegation aus Frankreich

Und ja: Die Freunde aus der französischen Partnerstadt Lesquin waren auch rechtzeitig eingetroffen. Diesmal mit einer kleinen Delegation. Dafür aber mit zwei Bürgermeistern. Dany Wattebled, fast schon ein adoptierter Linnicher, ist jetzt Ex. Er hat die Amtskette Lesquins abgelegt und ist nun Sénateur im Senat in Paris, entfernt vergleichbar mit einem MdB deutscher Prägung. Bürgermeister der Partnerstadt ist Jean-Marc Ambroziewicz, der Linnich allerdings auch schon persönlich kennt.

Dass die Lesquinois alles verstanden, was um sie herum gesprochen wurde, lag in den Händen oder besser an der Zunge von Barbara Müller. Sie sprang spontan für die erkrankte Dolmetscherin ein. Sicherlich eine Herausforderung angesichts der Redebeiträge von Ute Marx und Jonas Reimann, die die Projektbegleitung im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts schilderten, aber auch von Udo Zimmermann, der einen Exkurs in die Finanzwirtschaft unternahm.

Und draußen? Das Angebot war wie üblich textillastig. Als neues Zentrum etablierte sich der Altermarkt, früher mal ein Schweinemarkt, was vor allem dem Heimatmuseum Zulauf verschaffte.