Werke von Clara und Robert Schumann im Glasmalerei-Museum Linnich

Konzert im Glasmalerei-Museum : Auf den Spuren von Clara Schumann

Pianist Nageeb Gardizi hat im Rahmen der Reihe „Piano trifft Glasmalerei“ auf dem Bechstein-Konzertflügel im Glasmalerie-Museum musiziert.

Ein besonderes Programm zum 200. Geburtstag von Clara Schumann wurde im Rahmen des Linnicher Kultursommers im vollbesetzten Veranstaltungsraum des Glasmalerei Museums geboten.

Der Pianist Nageeb Gardizi, der 1978 in Afghanistan geboren wurde und seit 1982 in Köln lebt, stellte mit Organisator und Moderator Christoph Dohr interessante Werke vor. Clara und Robert Schumann, deren Leben durch den lebenslangen, regen Briefverkehr und die vielen Zeitdokumente für die Nachwelt offen liegt, wurden von Christoph Dohr als Menschen vorgestellt, deren Leben von Musik dominiert wurde.

Clara Schumann, die ihre große Liebe und die Ehe mit Robert Schumann erkämpfte, war schon als Kind als Pianistin und Komponistin bekannt. Sie überlebte ihren Mann um 40 Jahre und sorgte als alleinstehende Frau für ihre sieben Kinder, indem sie ihre Konzerttätigkeit wieder aufnahm. Ihr ist es auch zu verdanken, dass Briefe und Dokumente aus dem gemeinsamen Leben mit Robert Schumann gesammelt und zusammengetragen wurden.

Von Clara Wieck, später Clara Schumann, die viele Jahrzehnte als Konzertpianistin wirkte, erklangen die „Romance Variée op.3“ und „Trois Romances pour le Pianoforte op.11“, ansprechende, gefällige Klavier Stücke, die sie in ihrer Jugend komponierte und Robert Schumann widmete.

Die „Impromptus sur une Romance de Clara Wieck op.5 “ von Robert Schumann werden von einem volksliedhaften Thema der 13-jährigen Clara dominiert, und sind im Charakter wohl eher den Variationen zuzuordnen. Nageeb Gardizi folgte bei seiner eleganten, technisch versierten Darbietung dem pianistischen Gedanken und dem Geist und Leben der Romantik.

Große Anforderungen an den Pianisten stellte „Carnaval-Scènes mignonnes sur quatre Notes pour pianoforte, op.9“ von Robert Schumann aus dem Jahr 1837, ein beliebtes, oft gespieltes Stück seiner Tanzzyklen. Bunte Klangbilder erscheinen in schneller Folge, bilden durch ihre tonartliche Verwandtschaft jedoch eine Einheit. Fanfarenklänge, Wirbel vorüberjagender Gestalten, das bunte Treiben der Tänzer und viele andere Szenen wurden in atemberaubender Geschwindigkeit unter den fliegenden Händen des Pianisten lebendig.

Das Publikum zeigte seine Begeisterung und Anerkennung für die großartige Leistung von Nageeb Gardizi und die launige, unterhaltsame Moderation von Christoph Dohr mit großem Applaus.

(hivi)
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