Einsegnung der St.-Gereon-Tagespflege: Weiteres Kapitel in der wechselvollen Geschichte

Einsegnung der St.-Gereon-Tagespflege : Weiteres Kapitel in der wechselvollen Geschichte

Bevor Pfarrer Konrad Barisch die neue St.-Gereon-Tagespflege in Linnich-Gereonsweiler einsegnete, offenbarte sich der Geistliche als Kleingläubiger: „Ich hätte nicht geglaubt, dass die Einrichtung noch rechtzeitig fertig wird, habe er noch zwei Tage zuvor gedacht“, verriet er der Festgemeinde, die sich im umgebauten und renovierten Haus Schunck versammelt hatte.

Bevor Barisch die Tagespflege unter den Segen Gottes stellte, ging er noch auf die wechselvolle Geschichte des Gebäudes ein, das bis 1927 in Gereonsweiler als Dorfschule diente. Durch einen Grundstückstausch von Zivil- und Kirchengemeinde kam das Gebäude in die Hand der Kirche, die dort das Christinenstift einrichtete. Zudem waren dort später eine Nähschule und ein Kindergarten untergebracht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente Haus Schunck bis 1954 als Notkirche und später wieder als Kindergarten, fasste der Seelsorger die wechselvolle Geschichte des Gebäudes zusammen, das stets „den Menschen gedient hat“. 1997 kam das Gebäude an die Pfarre St. Gereon Brachelen, deren St.-Gereon-Seniorendienste gGmbH heute die Senioreneinrichtungen in Gereonsweiler mit dem Haus Schunck und dem benachbarten Alten- und Pflegeheim Christinenstift betreiben.

Deren stellvertretender Geschäftsführer Gerd Palm hatte zuvor die Gäste zu der kleinen Feierstunde begrüßt. Palm betonte in seiner Ansprache die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft, gerade im ländlichen Bereich. Um diese zu meistern, sei es notwendig, die Pflegeinfrastuktur dort vorzuhalten, wo die Menschen leben, wo sie ihre Heimat haben und wo sie sich mit der Nachbarschaft verbunden fühlen.

Als Faktor für die Qualität des Lebens im Alter wolle die neue Tagespflege im Haus Schunck beitragen. Sie schließe die Lücke zwischen den bereits bestehenden Tagespflegen der St.-Gereon-Seniorendienste in Setterich und Linnich. Durch die neue Tagespflege und das Pflegeheim Christinenstift sei eine sichere und kompetente Hilfe für die älteren Menschen in Gereonsweiler und den umliegenden Dörfern jederzeit, unkompliziert und unbürokratisch möglich.

Neue Hauskapelle

Gerd Palm ging auch noch kurz auf die „baulichen Überraschungen“ ein, die Renovierung und Umbau von Haus Schunck verzögerten, insbesondere im Dachbereich, die aber letztlich ein gutes Ende genommen haben, wovon sich die Gäste bei einem kleinen Rundgang überzeugten. So musste für die neue Tagespflege lediglich eine der Altenwohnungen geopfert werden, der Aufenthaltsraum wurde vom Erdgeschoss in die erste Etage verlegt, wo nebenan eine neue Hauskapelle eingerichtet worden ist. Die Gottesdienste dort können künftig einmal in die Wohnungen und Pflegezimmer übertragen werden.

Als Treffpunkt und Kommunikationszentrum bezeichnete Ulrich Derix, Aufsichtsratsvorsitzender der St.-Gereon-Seniorendienste, die mittlerweile fünfte Tagespflege der gemeinnützigen Gesellschaft, die insbesondere zur Entlastung der Angehörigen beitrage. Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker, die das Haus bereits aus eigener Anschauung kennengelernt hat und sich auch mit Überraschungen bei Baustellen auskennt, überbrachte die Grüße und guten Wünsche der Stadt Linnich, für die die Tagespflege eine perfekte Ergänzung des Angebotes für ältere Menschen darstelle.

Die St.-Gereon-Tagespflege bietet insgesamt 13 Plätze, die je nach Pflegegrad kostenfrei angeboten werden. Geleitet wird die Einrichtung von Dabiel Rahlfs, der bisher schon als Teamleiter von Haus Schunck fungiert. Durch das erweiterte Angebot entstehen zudem drei bis vier neue Arbeitsplätze, wie Gerd Palm auf Anfrage berichtete.

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