Umgestaltung des Place de Lesquin. 2,75-Millionen-Euro-Projekt

2,75-Millionen-Euro-Projekt : Am Place de Lesquin soll bald das Herz der Stadt schlagen

Viel Sand wurde zwar nicht bewegt beim Spatenstich auf dem Linnicher Place de Lesquin. Aber darauf kommt es auch nicht an. Wichtig ist die Bedeutung dieses symbolischen Akts. Die sieben Spaten markierten den offiziellen Auftakt zur Umgestaltung des bisherigen zentralen Veranstaltungsplatzes der Stadt.

„Offiziell“ deshalb, weil schon zuvor einiges an Erdreich auf dem Platz bewegt wurde, wie Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker (SPD) auf die Kultur- und Begegnungsstätte und ein Gebäude aus privater Hand auf dem ehemaligen Stadthallengelände verwies.

Nun aber wird die zweigeteilte Baumaßnahme „Umgestaltung des Place de Lesquin“ und „Freizeit- und Erholungsbereich an der Rur“ unter die Baggerschaufel genommen. Es ist, wie die Bürgermeisterin vor Planern, Baufirma, Versorgern und der kleinen Schar an Mitarbeitern der Verwaltung sowie Vertretern der Kommunalpolitik hervorhob, ein besonderer Bestandteil des Integrierten Handlungskonzeptes. Im großen Rahmen der Umgestaltung des Linnicher Stadtkerns bilden der Place de Lesquin und der Freizeitbereich nur zwei von 50 Maßnahmen. Sie aber zählen sicherlich zu den augenfälligsten. Nicht von ungefähr zählte Marion Schunck-Zenker den neugestalteten Place de Lesquin zu den wichtigsten Faktoren, die Stadt weiter zukunftsfähig aufzustellen.

Vielfach gegliedert und mit zahlreichen Elementen bestückt wird der Freizeit- und Erholungsbereich den tristen Charakter des bisherigen Aschenplatzes vergessen machen. So versprach Dr. Thomas Baum: „Das hier soll ein wohl gestalteter, gut genutzter, beliebter Platz werden“, von dem er hoffe, dass ihn jeder Linnicher und jede Linnicherin mindestens „ein Mal pro Woche“ aufsuche. Denn: „Ein schöner Platz ist überhaupt nichts wert, wenn die Bevölkerung nichts daraus macht.“

Fertigstellung 2020

Mit der Firma Florack, die ihren Stammsitz in Heinsberg hat, steht den Planern der Büros VSU und Quadriga ein Bauausführender zur Seite, der bei der Umsetzung die Messlatte hoch legt. „Wir können Ihnen versprechen, dass dieser Platz ein schöner Platz wird“, sagte Firmeninhaber Ludwig Florack.

Wenn nichts dazwischen kommt, soll im nächsten Jahr die Fertigstellung des neuen Place de Lesquin gefeiert werden. Obwohl das Gelände bereits auf Hinterlassenschaften aus dem Weltkrieg voruntersucht wurde, kann man vor Überraschungen nie sicher sein. Das zeigte gerade vor einigen Tage der Fund eine Granate auf dem gegenüber liegenden Rurufer.

Mit 8000 Quadratmetern Fläche ist die Maßnahme „Place de Lesquin“ die deutlich kleinere als die des „Freizeit- und Erholungsbereichs“, die rund 14.000 Quadratmeter umfasst. Kostenmäßig schlägt die Umgestaltung des Place de Lesquin allerdings mit zwei Millionen Euro – förderfähig sind davon 750.000 Euro – deutlich stärker zu Buche. Für den Bereich „Freizeit- und Erholung“ sind insgesamt 720.000 Euro veranschlagt.

Beim Place de Lesquin werden die Arbeiten nicht an der Oberfläche beiben. Neben den Versorgern – Gelsenwaser, Telekom, EWV –, die ihre Leitungen ziehen, werden dort Erd- und Kanalbauarbeiten vorgenommen. So wird die Stadt Regen- und Schmutzwasserkanäle verlegen sowie ein neues Regenklärbecken anlegen.

Natürlich wird die Stromversorgung für die jährliche „Linnicher Bronk“ berücksichtigt, die wieder zurück an ihren traditionellen Feststandort zurückkehrt. Weiter wird eine Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge vorgehalten.

(ojo)
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