Sonntagsmatinee im Glasmalereimuseum Linnich mit Pasqualini-Quartett

Konzert : Streichquartett-Kunst auf hohem Niveau

Im Rahmen des Linnicher Kultursommers wurde eine wunderschöne Sonntagsmatinee angeboten: Das Jülicher Pasqualini-Quartett, bestehend aus Hans Otto Horch und Roswitha Kuhnen (Violine), Susanne Trinkaus (Viola) und Wolfgang Boettcher (Violoncello), spielte.

Im Glasmalereimuseum wurde den Zuhörern bei strahlendem Sommerwetter Streichquartett-Kunst auf hohem Niveau geboten. Zunächst erklang das Quartett d-moll KV 421 von W. A. Mozart. Bereits die Intensität und Spannung der ersten dunkel getönten Takte machten deutlich, dass vier hochkarätige Künstler das Werk gestalteten. Die melancholische Stimmung des ersten Satzes löste sich allerdings in den folgenden Sätzen auf. Das schwebende Andante, das temperamentvolle Menuett und das tänzerische Finale, das allen Musikern Gelegenheit gab, sich in einer der Variationen virtuos zu präsentieren, zeigte Mozarts heitere Seite.

Dem klassischen Werk, das Mozart nach dem Vorbild Haydns komponiert hat, folgte das in den USA entstandene Quartett in F-dur op. 96 von A. Dvorak. Hier offenbart sich eine andere Welt. Üppig ausgebreitete Klangflächen, folkloristische Melodien und stürmische Dramatik assoziieren ein romantisches Pastorale. Der erste Satz beginnt mit flirrenden Sechzehntel-Figuren, die das leidenschaftliche Thema der Bratsche auf der dunklen C-Saite vorbereiten.

Die Geige antwortet mit dem gleichen Motiv in leuchtender Höhe. Das Quartett bot vom zartesten Pianissimo bis zu rauschenden, orchestralen Klängen einen Kosmos von Ausdrucksmöglichkeiten. Hans Otto Horchs brillanter Geigenklang korrespondierte mit dem warmen Ton der Bratsche, im perfekten Zusammenspiel mit Roswitha Kuhnens zweiter Geigenstimme und dem energischen, intensiven Cellopart Wolfgang Boettchers.

Begeisterter Applaus animierte die Künstler zu einer Zugabe, Dvoraks eigens für die Quartettbesetzung arrangiertem A-Dur-Walzer.

Mehr von Aachener Zeitung