Maßnahmen im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts in Linnich

Baustellen in Linnich : Das Weyergässchen als „Problemstelle“

Ein ganzes Maßnahmenpaket muss die Stadt Linnich bis zum 30. September schnüren und abschicken, um im Postjargon zu sprechen. Das Datum zählt, denn es sichert die finanzielle Ausstattung der Gestaltungsprojekte, die im kommenden Jahr im Zuge des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) angepackt und umgesetzt werden sollen.

Es handelt sich um fünf Einzelprojekte außerhalb der Hauptkampfzone Rurstraße. Die Schlüsselbegriffe und die Maßnahmen selbst, die auf alle zutreffen, wurden jetzt dem Bau- und Liegenschaftsausschuss vorgestellt. Es geht, wie Amin Marvani vom Ingenieurbüro Karl Berger, Düren-Hoven, zusammenfasste, um eine Aufwertung des Ortseingangs auf der Rurdorfer Straße, um Verkehrsberuhigung, um barrierefreie Übergänge und um ein einheitliches Grünkonzept. Aber, so betonte Marvani: „Es gibt keine Eingriffe in den Straßenraum.“ Da es sich um Teilabschnitte von Kreis- und Landesstraßen handelt, wären Eingriffe wie etwa Verengungen nur in Absprache mit den entsprechenden Straßenbaulastträgern möglich.

Die auffälligste und wahrscheinlich spürbarste Veränderung im Bereich der Rurdorfer Straße wird die Verlagerung der Bushaltestelle auf die Fahrbahn werden. Die bisherige Haltebucht vor dem Rathaus entfällt. Die Busse werden nach der Umgestaltung auf der Fahrbahn halten. „Das schafft Verkehrsberuhigung“, meinte der Planer nüchtern.

Auffallen wird allerdings auch die Pflasterung. Sie wird für Gehweg und Einfahrten identisch sein. Ebenfalls „harmonisiert“, also in gleicher Pflasterung in der Fahrbahn aufgenommen, werden die Übergänge zu den Promenaden. Alle Übergänge werden im Übrigen abgesenkt und barrierefrei „geebnet“.

Viel Spielraum für das Grün lassen die Gegebenheiten vor Ort nicht. Der Baumbestand soll nicht angetastet werden. In die Beete zieht Liguster als neuer Grünbewuchs ein.

Die Kirchstraße als Teilabschnitt des großen Innenstadtkreisels bietet buchstäblich wenig Raum für gestalterische Eingriffe. „Hier geht’s eigentlich nur um Erneuerung“, dämpfte Marvani allzu große Erwartungen. Das gilt auch für die Brachelener Straße. Dort ist als größte Baumaßnahme ein Kreisverkehr im Bereich Mäusgasse geplant. Der ist aber kein Bestandteil des IHK und somit auch nicht des Förderantrags.

Als „Problemstelle“ bezeichnete Hans-Friedrich Oetjen (SPD) das Weyergässchen. „Von einer Gesamtmaßnahme dort unten können wir uns wohl verabschieden“, zielte seine Kritik deutlich auf die Vorstellung der Stadtplaner von MWM. Da der Stadt nur ein Teilbereich des Weyergässchens gehört, kann sich der gestalterische Eingriff auch nur auf diesen Bereich der fußläufigen Verbindung zwischen Rurstraße und Mäusgasse und weiter zu den Schulen beziehen. Oetjens Urteil: „Das Weyergässchen gerät zum Schildbürgerstreich.“

Farblich sollen die Übergänge zwischen dem bereits fertigen IHK-Abschnitt Rurstraße und den im kommenden Jahr aufzunehmenden Gestaltungsbereichen zumindest angeglichen werden. Die Pflasterung selbst aber wird nicht identisch sein. Dafür sei das in der Rurstraße verlegte Pflaster zu teuer, argumentierte die Verwaltung.

Einen Beschluss zu den Gestaltungsplänen fasste der Ausschuss nicht. Die Entscheidung bleibt dem Rat vorbehalten. Er tagt am kommenden Donnerstag. Bis dahin haben alle Fraktionsmitglieder Zeit, sich die Pläne im Detail anzuschauen.

(ojo)
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