Hallenbad in Linnich wird für 280.000 Euro saniert

Für rund 280.000 Euro : Herz- und Kreislaufsystem des RuBas runderneuert

Linnichs Hallenbad Ruba wird mit einer komplett neuen Badwasseranlage ausgestattet. Die Stadt stemmt dafür Investition von rund 280.000 Euro. Die Arbeiten sind weitestgehend abgeschlossen, noch im Oktober soll das Hallenbad wieder öffnen.

Das Hallenbad gleicht einer Baustelle. Statt Wasser steht ein Gerüst im großen Becken. In der Stirnwand, da wo es seicht ist, fehlen ein paar Kacheln. Aus den Wänden unter den Überläufen ragen Rohre, die zuvor nicht da waren. Das Becken ist indes nicht die eigentliche „Baustelle“ im RuBa, dem Linnicher Hallenbad. Die ist eher unsichtbar. Hinter den Beckenwänden. Seit zwei Monaten verpasst eine Spezialfirma dem RuBa eine komplett neue Badwasseranlage. Das lässt sich die Stadt was kosten. Rund 280.000 Euro werden ins Herzstück des Schwimmbads investiert.

„Die Filtertechnik wurde seinerzeit überarbeitet“, erinnert Torsten Flechtner an die Komplettsanierung des Hallenbades vor sieben Jahren. „Sie genügt aber nicht mehr den heutigen Ansprüchen“, schränkt der Betriebsleiter ein. Natürlich sind 2012 wichtige technische Anlagen erneuert worden. Ein Blockheizkraftwerk wurde damals eingebaut, eine neue Lüftungsanlage installiert und die gesamte Schalttechnik wurde auf Neu gedreht. Die Badwasseranlage aber blieb, wie sie war. „Die Anlage ist seit Anfang an drin“, sagen Flechtner und Dominik Foit vom Hochbauamt der Stadt. Damit hatte sie stattliche 50 Jahre auf dem Buckel. Und die Gebrechen stellten sich ein.

Unübersehbar und von mächtigerem Kaliber ist die komplett neue Verrohrung der Badwasseranlage. Foto: Otto Jonel

Vor einem Jahr wurde der Schwallwasserbehälter des Kinderbeckens undicht. „Und der des großen war in keinem besseren Zustand.“ In diesen Behältern wird das Wasser aus den Überläufen des Lehrschwimm- und des großen Schwimmbeckens aufgefangen. Wegen ihrer Größe – die Schwallwasserbehälter haben ein Fassungsvermögen von je zwölf Kubikmetern – wurden sie vor Ort zusammengebaut.

Den Austausch dieses Teils der Badwassertechnik vor Augen nahm man zum Anlass, „die gesamte Wasseraufbereitung nebst Filteranlage zu überprüfen“. Dabei blieb es nicht. Am Ende standen Hydraulik, Rohrsystem, die Impfstellen für Chlorzugaben und Flockungsmittel sowie die Pumpanlage auf der To-do-Liste. „In dem Zuge wurde gleich die Durchströmung erneuert“, ergänzt Flechtner. Davon zeugen die Rohröffnungen in den Beckenwänden.

Was der Schwimmende nicht merkt: Die Durchströmung der beiden Becken wurde von „längs“ auf „quer“ umgestellt. Damit wurde nicht nur die die Zahl der Wasserein- und -ausläufe erhöht. „Das schließt auch Totecken aus, die bei der Längsdurchströmung nicht erfasst wurden“, erklärt der Betriebsleiter. Damit einher geht eine Steigerung der Effizienz.

Das Bullauge erlaubt einen Blick in den Schwallwasserbehälter. Foto: Otto Jonel

Rechnerisch soll die Energieeinsparung 15 Prozent betragen. Aufgrund der besseren Durchströmung werden zudem Verbrauchsmittel zur Wasseraufbereitung und Desinfektion gespart. Dominik Foit ist gespannt, ob die Praxis sich an die theoretische Vorgabe hält.

Richtig dicke „Brummer“ sind die vier großen Filtertanks, die jetzt im Betriebskeller des Hallenbads stehen. Vergangene Woche wurden die zylindrischen Tanks geliefert. Das war Schwerst- und Millimeterarbeit für die Monteure der Firma Landwehr Wassertechnik aus dem niedersächsischen Schöppenstedt.

Die vier Behälter, jeder 2,30 Meter hoch und 1,40 Meter breit, passten knapp durch den langen, engen Betriebsgang bis zum endgültigen Standplatz. In ihnen durchläuft das Wasser des Hallenbades ein Mehrschicht-Filtersystem von Sand bis Aktivkohle, um in Trinkwasserqualität wieder in die Becken zu fließen. 10 bis 15 Jahre, je nach Nutzung, soll die Lebensdauer der Filter betragen. Selbstverständlich werden sie regelmäßig überprüft mit besonderem Augenmerk auf die Aktivkohle.

Schwerstarbeit war es, die vier Filtertanks zu installieren, sagen Betriebsleiter Torsten Flechtner und Dominik Foit vom Hochbauamt. Foto: Otto Jonel

Bevor im Oktober nach dreimonatiger Umbauzeit, die gleich zur Grundreinigung genutzt wurde, das RuBa wieder seine Pforte öffnet, gibt es noch einiges zu tun. Der Bauhof wird die Reparaturarbeiten im Becken übernehmen, und die fünf Bediensteten, die die Schließung zum Abbau von Überstunden und Urlaub genutzt haben, werden die Becken schrubben, bevor das Wasser zum einwöchigen Testlauf eingelassen wird.

Und dann können die Wasserratten nach dreimonatiger Abstinenz wieder ihre Bahnen ziehen, Schwimmnudel und Styroporboard ausgepackt werden, ganze Schulklassen mit dem nassen Element vertraut gemacht werden – und nichts von der Generalerneuerung merken, der das Hallenbad unterzogen worden ist.

(ojo)
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