Fischessen der SPD der Linnich

Fischessen der SPD : Über ungleiche Löhne, Karneval und Europawahlen gesprochen

Auch in diesem Jahr trafen sich die Sozialdemokraten des Kreises zum alljährlichen Fischessen der SPD. Der Ortsverein der SPD Linnich und der Kreisverband der SPD Düren/Jülich hatten ihre Mitglieder nach Tetz eingeladen.

Der politische Aschermittwoch befasste sich vornehmlich mit dem bevorstehenden Europawahlkampf und der Bedeutung Europas für Deutschland und die Welt.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung verkündete die Linnicher Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker eine Premiere, denn erstmals war Maximilian Dichant, der Vorsitzende des Kreisverbandes, mit von der Partie. Im November des vergangenen Jahres wurde er zum Nachfolger Dietmar Nietans gewählt und vertrat diesen auch gleich beim Fischessen, denn der Bundesschatzmeister der SPD besuchte eine Konferenz, die sich unter anderem mit der Außenpolitik der EU befasste.

Dichant sprach über ungleiche Löhne, den Karneval und die Europawahlen. „Die sind so wichtig, wie noch nie“, sagte Dichant im Hinblick auf den Austritt Großbritanniens aus der EU. Man stehe vor einer großen Herausforderung, denn in ganz Europa erhalten die Parteien immer mehr Zulauf, die gegen die europäische Gemeinschaft sind. Die SPD kämpfe für ein soziales Europa und somit auch für einen europaweiten Mindestlohn.

Der Europawahlkampf sollte jedoch nicht von lokalpolitischen Themen ablenken, denn auch in Linnich gibt es im wahrsten Sinne des Wortes die ein oder andere Baustelle, um die es sich zu kümmern gilt. Im Zuge des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) der Stadt Linnich stehen noch viele Umgestaltungen des Stadtkernes aus, die bis zum nächsten Jahr verabschiedet werden müssen.

Dazu gehört unter anderem die Gestaltung der Nebenanlagen in der Rurdorfer Straße sowie die Sanierung der Rurbrücke und der Kirchstraße. „Bis zum 30. September wird die Politik darüber beraten können“, sagte Schunck-Zenker. Für Aussagen, die die Fertigstellung der Baustelle in der Rurstraße betreffen, sei es allerdings noch zu früh. „Wir bemühen uns mit allen, das voranzutreiben, aber ich wage da keine Prognose“, erklärte die Bürgermeisterin.

Das City-Management ist ebenfalls Teil des IHK und soll in naher Zukunft aufgestockt werden. Es befasst sich beispielsweise mit einer besseren Verbindung der einzelnen Ortschaft mit der Kernstadt. Neben der Gestaltung der Innenstadt sieht das Handlungskonzept die Erschließung neuer Gewerbeflächen vor. Es gebe bereits Investoren, die großes Interesse an dem Standort Linnich haben. „Wir werden sehen, wie wir das mit unseren Konzepten auf den Weg bringen können“, sagte Schunck-Zenker.

Überdies habe man einen Arbeitskreis eingerichtet, in dem die Gewerbstätigen der Rurstraße vertreten sind und der in letzter Zeit Zuwachs erhielt. „Wir hatten das Vergnügen, sechs neu angemeldete Gewerbe begrüßen zu können“, führte sie aus. Die neuen Geschäfte, darunter ein Fußpflege- und Thai-Massage-Salon, würden in andere Segmente fallen und sind trotzdem ein Zeichen für neue Entwicklungen. „Daran sieht man auch, dass sich das Ganze wandelt“, verkündete Schunck-Zenker, denn das Problem mit leerstehenden Geschäften besteht keineswegs nur in Linnich.

Langfristig habe man das Ziel, Linnich wieder zu einer lebenswerten Stadt zu machen und gleichzeitig einen ausgeglichenen Haushalt bis 2021 zu erreichen. Das Haushaltssicherungskonzept war Grund für diverse Steuererhöhungen in letzter Zeit. „Wir diskutieren den momentanen Haushalt, und der sieht im Moment keine weiteren Erhöhungen vor“, beschwichtigte Schunck-Zenker.

Senkungen seien ebenfalls nicht vorgesehen, jedoch sei Linnich im Vergleich sehr günstig. „Im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis Düren sind wir noch im unteren Segment unterwegs“, sagte sie und wies darauf hin, dass die kommende Grundsteuerreform vieles ändern wird. „Da sind unsere Einflussmöglichkeiten relativ gering, aber die Auswirkungen sind enorm.“

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