Piano Museum Haus Eller: Ein perfektes Duo beflügelt im Glasmalerei-Museum

Piano Museum Haus Eller : Ein perfektes Duo beflügelt im Glasmalerei-Museum

Die Dauerleihgabe des Piano Museums Haus Eller strahlte im Glasmalerei-Museum Linnich in neuem Glanz. Das Jahr des 105. Geburtstages des Instrumentes ist sozusagen auch das Jahr seiner Wiedergeburt.

Dank des Kooperationsprojektes zwischen den beiden Museen, dem Engagement der Fördervereine beider Institutionen und dem Stadtmarketing Linnich ist das wertvolle Instrument technisch und klanglich generalüberholt worden.

Vom Gelingen des Projektes durften sich die zahlreichen Gäste überzeugen, die von Christoph Dohr, dem Initiator der Aktion, humorvoll durch ein exzellentes Programm geführt wurden.

Professor Stefan Palm ließ das neue, alte Instrument mit den „drei B“ der Musikliteratur der Klassik – Bach, Beethoven, Brahms – in seiner vollen Klangschönheit meisterhaft zur Geltung kommen.

Ein Meisterwerk an formaler Klarheit, strenger, klarer Geistigkeit und festlicher Stimmung, anmutig und zugleich gravitätisch, in prägnanter Kürze gehalten, stellt die Partita Nr.1 B-Dur von Johann Sebastian Bach dar. Stefan Palm arbeitete das ausgewogene, ruhige Thema konsequent heraus und begeisterte durch sein virtuoses Spiel. Besonders bei der Gigue, dem Glanzstück der Partita, beeindruckte seine perfekte Technik.

„Pathetique“ nimmt gefangen

Voller Gefühlsgehalt interpretierte der Pianist die Grande Sonate Nr.8 c-Moll „Pathétique“ von Ludwig van Beethoven. Die drei Sätze des bekannten Werkes werden oft gespielt, berühren aber immer wieder die Zuhörer und nehmen sie gefangen. Der Komponist, seinem Schicksal trotzend, schuf dieses einmalige aufrüttelnde Werk mit seiner überwältigenden Ausdruckskraft im Wissen um seine fortschreitende Taubheit.

In den Variationen und Fuge über ein Thema von Händel op. 24 von Johannes Brahms gelang es Stefan Palm nach den facettenreichen Variationen, die erforderliche Spannung der Fuge mit unverminderter Kraft und Ausdrucksstärke durchzuhalten und somit die klanglichen Härten zu überbrücken – ein pianistisches Meisterstück!

Großer Applaus für ein Konzert mit einem großen Pianisten an einem großartigen Bechstein Flügel.

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