Deutsches Glasmalerei-Museum lädt für die Sommerferien ein

„Zauberhafte Glasspiele“ : Glaskunst zum Anfassen und Selbermachen für Kinder

Dieses „Leuchten in den Kinderaugen“ ist es, was den freien Mitarbeiterinnen des Deutschen Glasmalerei-Museums seit vielen Jahren während der Ferienkurse eine ganz besondere Freude bereitet.

„Wir haben immer den nächsten Kurs in Gedanken und halten auch auf unseren privaten Wegen stets Ausschau nach schönen Glaserzeugnissen“, erläutern Dorothea Gerards, Ursula Rings und Britta Engelhardt. Passend zum Museum werden nur Fundstücke aus hochwertigem, oft recyceltem Glas für die Kinderworkshops eingekauft. Doch die von den jungen Künstlern meistverwendeten Materialien sind eine Schenkung der Glasmalereiwerkstätten Dr. H. Oidtmann in Linnich sowie vieler anderer Kunsthandwerker. „Wir schreien immer Hurra, wenn eine solche Spende bei uns ankommt“, gibt Gerards gerne zu.

Diese kostbaren, in allen Regenbogenfarben funkelten Glasstücke werden auch in diesen Sommerferien die Kinder begeistern und zur Kreativität animieren. Ganz nach Lust und den eigenen Interessen entsprechend, können in fünf verschiedenen Kursen persönliche Designer-Objekte kreiert und natürlich auch behalten werden.

Gegen eine kleine Gebühr und ebenso kleinen Obolus für das Material kann anschließend eine schillernde Wanduhr das Elternwohnzimmer dekorieren, eine einzigartige elektrische Glaslampe das Kinderzimmer in neues Licht setzen oder der nach eigenen Entwürfen angefertigte Glasschmuck stolz getragen werden. Diese vom Glasmalerei-Museum angebotenen Sommerkurse werden für Kinder ab sechs Jahren in Gruppen von jeweils acht bis zwölf Teilnehmern angeboten.

Zusätzlich können sich Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren auf „Zauberhafte Glasspiele“ im Museum freuen. Die im Rahmen dieses Projekts stattfindenden Workshops sind vom Landesprogramm „Kulturrucksack NRW“ gefördert und können kostenlos besucht werden. In verschiedenen Kursen, geleitet von Christine Haße und Dorothea Gerards, erfahren die Kinder, wie „das Glänzende und Schimmernde“, in germanischen Sprachen mit „glasa“ bezeichnet, hergestellt und geblasen wird. Was Metalloxide sind und warum sich diese im Glas befinden, lernen sie beim Basteln von Licht -und Windspielen.

Dass eines der ältesten Glasgefäße „Thutmosis' III.“ in Ägypten vor mehr als 3450 Jahren entstand und heute in einem der Münchener Museen ausgestellt wird, erfahren sie, während ihre Fusing-Kompositionen aus bunten Glaselementen in einem Brennoffen ineinander verschmelzen. In einem weiteren Workshop setzen sie mit Hilfe einer Lichtquelle ihre Kunstwerke aus Echtantikglas bestens in Szene. „Wir möchten den Kindern nicht nur praktische Anleitungen geben“, erklärt Gerards, „sie sollten wissen, dass sie auch mit nur einer Scherbe ein kleines Schmuckstück in den Händen halten“.

Alle Workshop-Arbeiten aus dem Kulturrucksackprojekt werden in einem professionellen Fotoshooting unter Leitung des Fotokünstlers Elmar Valter abgelichtet. Die Ausstellung dieser Bilder und selbst geschaffenen Kunstwerke bei einer gemeinsam vorbereiteten Vernissage-Feier rundet das „Glas-Abenteuer“ im Linnicher Glasmalerei-Museum ab.

„Dieses Angebot wird auch zukünftig ein fester Bestandteil unserer Museumspädagogik bleiben“, unterstreicht Museumsdirektorin Luzia Schlösser. Gerade im Hinblick auf die Kinder seien die Workshops eine Chance, sie auf Glas als kostbares, in ihrem Alltag stets präsentes Gut zu sensibilisieren. „Wir möchten die wunderbare Glaskunst den jungen Menschen durch Praxis näherbringen“, sagt Schlösser, „wenn sie nach unserem Kurs vor einer bunten Glasmalerei stehen und sich an das hier Erlernte erinnern, dann haben wir etwas Wertvolles erreicht“.

(mavo)