Auftritt von Carine Janssen und Jos Vrinssen als „Moment to Moments“

Klangkonzert im Glasmalerei-Museum : Eine Musikdarbietung der etwas anderen Art

Im Deutschen Glasmalerei-Museum hat eine Musikdarbietung der etwas anderen Art ihren Platz gefunden. Das Duo „Moment to Moments“, bestehend aus Carine Janssen und Jos Vrinssen, lud mit einem Potpourri spezieller Instrumente zu einer einstündigen Meditation ein.

Für die gut 20 Zuschauer eine neue Erfahrung, die sich in Abendgarderobe auf die bereitstehenden Stühle niedergelassen hatten. Eine Besucherin war der Veranstaltungsankündigung gefolgt und hatte die Möglichkeit wahrgenommen, sich ihr eigenes Sitzkissen mitzubringen. So saß sie im Schneidersitz und barfuß in der Mitte der ersten Stuhlreihe.

„Schließe deine Augen“, sagte Musiker Vrinssen zum Beginn der Darbietung der Musik und Janssen fügte an: „Fühlt einfach die Musik und spürt die Vibration.“

Dann nahm Vrinssen ein gläsernes Didgeridoo in die Hände und begann zu spielen. Nach dem ersten Stück ertönte Applaus des Publikums, der von schmunzelnden Blicken der Musiker unterbrochen wurde. Bereits beim zweiten Lied, bei dem die beiden Musiker ebenfalls gläsernen Chakra-Klangschalen zum Summen brachten, schloss ein großer Teil der Zuschauer die Augen und lauschte den Tönen.

„Wir wissen vorher nicht genau, was wir spielen. Wir machen Klangheilung. Es ist eine Reise zu einem selbst“, sagte Vrinssen im Gespräch mit unserer Zeitung im Versuch, diese Machart von Musik zu erklären. Janssen weiter: „Das wichtigste während des Konzerts ist, dass die Menschen die Musik fühlen, spüren und sich dabei entspannen. Jeder Moment der Musik ist anders.“ So tragen manche Stücke, die während der Aufführung gespielt werden, keine Namen. Die Stücke, die einen Namen haben, tragen ihren Namen nur wegen einer CD – weil man die einzelnen Lieder benennen musste.

Außerdem schien der Ablauf der Veranstaltung und der Songs auch von den Zuschauern selbst beeinflusst zu werden. Denn bei manchen Abschnitten gingen die beiden Musiker durch die Zuschauerreihen, um jeden einzelnen Besucher den Klang mancher Instrumente durch Nähe und Entfernung anders erleben zu lassen. Dadurch variierte die Länge dieser Songs. Beispielsweise kamen so Stimmgabeln sowie ein Gong zum Einsatz.

„Wir wollen mit diesem Konzert in Assoziation zu Glas in Farbe ein Gefühl dafür vermitteln, wie Glas klingen kann“, sagte die Museumsleiterin Luzia Schlösser. Ziel sei so eine Synergie zwischen den visuellen Glasmalereien und dem auditiven Erlebnis während des Konzerts.

(mio)
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