Linnich: Linnich: Kandidat Dremel baut auf Engagement der Bürgerschaft

Linnich: Linnich: Kandidat Dremel baut auf Engagement der Bürgerschaft

Mark Dremel ist der Typ Mensch, dem der Dialog, das Wort von Angesicht zu Angesicht, lieber ist als die ausgefeilte Schriftsprache. Spricht man ihn auf die Art an, wie er Wahlkampf betreiben möchte, kommt sofort: „Am liebsten wäre mir, mit den Menschen zu sprechen.“ Das wäre aber logistisch nicht zu leisten, räumt er ein.

Zu bereden und zu sagen hat Mark Dremel, Bürgermeisterkandidat der Unabhängigen Wählergemeinschaft Parteilose Kandidaten Linnich (PKL), viel. Er fasst das zusammen unter der Überschrift „Verwaltung — Stadtentwicklung — Haushalt“.

Für einen Politiker aus der parteiunabhängigen Szene verwundert die Reihenfolge ebensowenig wie seine Interpretation von Politik und Verwaltung: „Wir sind für die Bürger da — nicht umgekehrt.“ In diesem Sinne würde der Bundesbeamte, Jahrgang 1977, den Dienstleistungsgedanken in einer weit höheren Dosis in die Verwaltung injizieren, als bislang praktiziert. Diese „neue Denkkultur“ trage auch wortwörtlich nach außen Früchte. „Ein mobiles Bürgerbüro wäre so ein Ansatz“, sagt Dremel. Nicht zuletzt als Reaktion auf den demografischen Wandel müsse sich Verwaltung zum Bürger bewegen.

Nicht aus der Kernstadt

Neben dem Bürgermeister ist Mark Dremel der einzige Kandidat auf das Amt, der nicht aus der Kernstadt kommt, sondern aus Gereonsweiler. Dennoch oder gerade deshalb sagt er beim Stichwort Stadtentwicklung: „Das Kirchturmdenken in den Orten muss beendet werden.“ Seine Formel ist eingängig einfach: „Wenn wir eine starke Kernstadt haben, haben wir auch starke Dörfer.“ Insofern ist Dremel ein Befürworter des Inte­grierten Handlungskonzepts.

Über dieses Linnicher Oberthema dürften die Dörfer aber nicht vergessen werden. Die Neugestaltung Linnichs dient gleich als Beispiel, wie von der Stärke eines Ortes alle profitieren könnten. Das IHK könne als Welle genutzt werden, „um Gewerbe nach Linnich zu holen“. Dremel will sich einsetzen, „ein neues Gewerbegebiet zu schaffen für kleine und mittelständische Betriebe. „Das ist für mich das Wichtigste überhaupt.“

Eine wirtschaftliche Grundlage sei auch der Boden, auf dem weiche Standortfaktoren gedeihen. Obgleich es in den Orten „viele Baustellen“ gebe, sieht Dremel gerade dort erfreuliche Ansätze von dörflichen Initiativen. „Da wäre es mir wichtig, das Ehrenamt zu fördern.“ Diese Initiativen müssten unterstützt werden, weil sie die Lebensqualität in den Ortschaften steigerten.

Stärkeres Vereinsengagement

In Dremels Zukunftsmodell wird es unweigerlich darauf hinauslaufen, dass sich Vereine stärker engagieren etwa bei der Grünflächen- und Friedhofspflege, was die Stadt trotz einer Unterstützung dieser Leistungen entlasten würde.

Der städtische Haushalt hat für Mark Dremel einen besonderen Stellenwert. Die „schwarze Null“ zu erreichen, sei der Schüssel zur aufstrebenden Stadt. Da die Ausgaben kaum zu beeinflussen seien, müsse man sich der Verbesserung der Einnahmen zuwenden. Dass das funktioniert, ist im Übrigen Inhalt seiner Di­plomarbeit „Kommunale Entschuldung am Beispiel der Städte Düsseldorf und Monheim“. Gerade Monheim könnte Facetten beinhalten, die sich auf Linnich übertragen ließen.

Grenzen zu überschreiten, etwa in der Zusammenarbeit von mehren Kreisen oder im übertragenen Sinne in den Köpfen — „Bürgerhaushalt wäre auch etwas, das man mittelfristig planen könnte“ —, würde der Gereonsweiler anstoßen, wenn ihm die Wähler den Chefsessel im Rathaus reservieren sollten.

(ojo)
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