Linnich: Der marode Boden der Realschulturnhalle

Linnicher Schulausschuss : Der marode Boden der Realschulturnhalle

Zumindest einmal im Jahr beherrscht großes Zahlenwerk den Stundenplan im Linnicher Schulausschuss. Im Vorfeld der Haushaltsberatungen macht er seine Hausaufgaben und legt dem Finanzausschuss die Kalkulation der Kosten des städtischen Bildungswesens vor.

Sie reicht von Ausgaben im Hunderterbereich bis hin zu millionenschweren Investitionen. Zu letzteren zählt der Verbindungsbau zwischen dem Realschul- und dem Hauptschulgebäude. Für das Projekt mit einem Volumen von fast vier Millionen Euro wird die Stadt wieder Fördermittel beantragen. 215.000 Euro sind im Haushalt 2019 angesetzt. Im nächsten Jahr werden es runde drei Millionen Euro sein.

Dieser „dicke Brocken“ war freilich kein Thema im Schulausschuss. Unter der Überschrift „Sekt oder Selters“ wurde vielmehr über den maroden Boden der Realschulturnhalle diskutiert.

Vorsitzender Achim Grün (CDU) hatte die Frage aufgeworfen, worin die erstaunliche Spanne zwischen 8000 Euro Reparatur- und 100.000 Euro Sanierungskosten begründet sei, die die Verwaltung angeführt hatte. „Wir haben an anderer Stelle lernen müssen, dass perspektivisch gesehen letztendlich eine Komplettsanierung mehr Sinn macht“, schlug Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker (SPD) den Bogen von der Reparatur zur umfassenden Erneuerung des Hallenbodens. Der befindet sich augenblicklich zwar noch in einem benutzbaren Zustand, versicherte Beigeordneter Hans-Josef Corsten und ging ins Detail. DIe schadhafte Stelle ließe sich zwar beheben, „aber das wäre nicht die erste Reparatur in den zurückliegenden Jahren. Der Boden schwingt nicht mehr.“ Ein, vielleicht zwei Jahre würde er wohl noch „halten“ - eine Galgenfrist vor der unabwendbaren kompletten Erneuerung.

Für Stefan Wenders (CDU) war die Sachlage damit klar. „Wir sollten Nägel mit Köpfen machen“, votierte er für die große Lösung, zumal das der Ratschlag der Fachleute sei. Auf Nachfrage von Heinz Matzerath (PKL) versicherte Corsten, dass der Schulbetrieb möglichst wenig von der Sanierung beeinträchtigt werden soll. Der Großteil der Arbeiten werde in den Ferien erfolgen.

Dem Finanzausschuss wurde schließlich einstimmig empfohlen, die Sanierung des Hallenbodens mit 100.000 Euro in den Haushalt aufzunehmen.

Ebenfalls einstimmig wurde die Liste der Einzelmaßnahmen an den Linnicher Schulen zur Kenntnis genommen und als Empfehlung an den Finanzausschuss überwiesen. Größter Posten bei den Grundschulen ist neue Möblierung (37.000 Euro). Mit 24.000 Euro ist die Sanierung der Einfahrt zum Lehrerparkplatz veranschlagt, 15.000 Euro soll die Beseitigung des Rutschenhügels kosten, dessen Platz neues Spielgerät einnehmen soll (15.000 Euro).

Mit 125.000 Euro ist die Sanierung des Schulhofs der Hauptschule dort größter Einzelposten, gefolgt von der Einrichtung eines multifunktionalen Raums für Naturwissenschaften (110.000 Euro). Bei der Realschule ist die Sanierung der Toilettenanlagen (80.000 Euro) zweitgrößter Einzelposten.

Auf knapp 100.000 Euro summieren sich die Investitionen in die Gesamtschule. Um diesen finanziellen Kraftakt zu mildern, setzt die Stadt auf Mittel aus dem Programm „Gute Schule“ beziehungsweise dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz.

(ojo)