Jülich: Letzter Stopp auf Weg zum Dirigentenwettbewerb in Oslo

Jülich: Letzter Stopp auf Weg zum Dirigentenwettbewerb in Oslo

„Wir haben uns zur Aufgabe gemacht junge Musiker zu fördern“, erklärte Prof. Dr. Elmar Achenbach, Vorsitzender des Collegium Musicum Jülich. Martin Schädlich probte im PZ des Gymnasiums Zitadelle mit dem Orchester die Overtüre zum Freischütz.

Schädlich ist Dirigent, Musikpädagoge und freiberuflicher Trompeter. Er studierte in Mainz Instrumentalpädagogik (Klassik/Trompete) sowie Jazz und Popularmusik. An der Landesakademie Heek schloss er den Aufbaukurs B für Blasorchesterdirigat als Lehrgangsbester ab, in Frankfurt erfolgte der Aufbaustudiengang „Historische Interpretationspraxis“. Zurzeit leitet er die Brass Band Düren, das Blasorchester Birkesdorf sowie die Jugend Brass-Band-NRW.

Das Collegium Musicum Jülich unterstützte Martin Schädlich in seinen Vorbereitungen für den Europäischen Dirigentenwettbewerb, der von Sonntag am Wochenende in Oslo beginnt. Foto: Mengel-Driefert

An diesem Wochenende reist der Musiker als Dirigent der Brass Band Düren zum Europäischen Dirigentenwettbewerb nach Oslo. Martin Schädlich kontaktierte zur Vorbereitung das Collegium Musicum Jülich und erhielt die Möglichkeit, mit dem Sinfonieorchester den Freischütz von Weber zu erarbeiten. „Wir hatten das praktisch vorher nicht geübt“, erzählte Achenbach. „Er hat die forschen Tempi genommen, das ist für ein Laienorchester eine Herausforderung. Das Stück übernehmen wir in unser nächstes Konzert am 22. Juni mit dem Thema „Musik aus Europa. Weber ist ,der‘ berühmte deutsche Musiker. Das passt ganz gut“, ergänzte Achenbach und wünschte Martin Schädlich für den Wettbewerb in Oslo alles Gute. „Ich glaube er hat große Chancen“.

Im Interview erzählte Schädlich über seine Bewerbung und Motivation, am Europäischen Dirigentenwettbewerb teilzunehmen.

Herr Schädlich, Sie wohnen in Köln, stammen aber aus Jülich?

Schädlich: Ich bin in Aachen geboren und in Jülich aufgewachsen, bin in der Zitadelle zur Schule gegangen und habe in der Musikschule Jülich gelernt. Das ist hier wirklich Heimat für mich. Daher ist auch die Idee entstanden, mit dem Collegium Musicum Jülich zu proben.

Sie sind zum Europäischen Dirigentenwettbewerb eingeladen?

Schädlich: Ja, genau. Im Rahmen der europäischen Brass Band Meisterschaft, die jährlich stattfindet, gibt es alle drei Jahre einen europäischen Dirigentenwettbewerb. Weil es dort sehr wichtig ist, dass die Dirigenten nicht engstirnig ausschließlich ein Genre kennen, nur Sinfonieorchester oder nur Brass Band oder Blasorchester, werden in vier Runden alle drei Besetzungsformen getestet.

Welche Dirigenten werden eingeladen?

Schädlich: Ich habe mich im Vorfeld mit einem Lebenslauf, wie Videos von einer Probensituation und einem Konzertdirigat beworben. 16 Teilnehmer wurden ausgewählt.

Was gibt es zu gewinnen?

Schädlich: Es gibt natürlich Preisgelder zu gewinnen. Ich mache das aber vor allem, um mich selber fortzubilden und ein Ziel zu haben. Wenn jemand als Dirigent an einem Wettbewerb teilnimmt, wechselt er nochmal den Blickwinkel. Der Dirigent ist sonst immer derjenige, der sagt, was richtig oder falsch ist. Durch die Teilnahme am Wettbewerb verändert sich die Rolle. Ich zeige wie ich es mache und frage: „Was denkst du dazu, ist das gut oder nicht so gut, was gibt es zu verbessern?“ Das ist der Hauptantrieb für mich. Zum Zweiten ist es interessant festzustellen, wo ein Teilnehmer im internationalen Vergleich steht. Wenn es ganz vorne ist, dann ist das super. Sollte es weiter hinten sein, muss noch gearbeitet werden. Das ist auch ein gutes Feedback. Außerdem liegt mir Brass Band Musik sehr am Herzen, ich kann neue Kontakte knüpfen oder auch neue Eindrücke gewinnen.