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Die Woche in Jülich: Leichtes Spiel für Einbrecher und Startschuss für den Weihnachtsmarkt

Die Woche in Jülich : Leichtes Spiel für Einbrecher und Startschuss für den Weihnachtsmarkt

Einbrecher haben seit der Zeitumstellung leichtes Spiel und die Cannabislegalisierung wird auch in unserer Region zum Thema. Wir haben Tipps zur Schonung verschiedener Konten und fragen: Haben Sie schon eine Anwesenheitsattrappe?

Merken Sie noch was von der Zeitumstellung? Also außer, dass sie die Außenwelt nach Feierabend nur noch im Dunkeln sehen? Für Einbrecher macht die eine Stunde mehr im Schutz der Dunkelheit nach der Flaute während der Pandemie offenbar wieder einen entscheidenden Geschäftsunterschied: Die Polizei im Kreis Düren vermeldet einen sprunghaften Anstieg der Einbrüche und Einbruchversuche.

Wer den heimischen Schreibtisch während des Lockdowns nicht liebgewonnen hat und bei Einbruch der Dämmerung nicht im Homeoffice sitzt, dem rät die Polizei zur „Anwesenheitssimulation“. Sprich: Rolläden runter oder Vorhänge zu. Oder aber: Licht, Radio, Fernseher an. „Obwohl NIEMAND zu Hause ist?“, mögen Sie in diesem Moment empört ausstoßen, sämtliche Sparappelle der vergangenen Monate längst in Fleisch und Blut verinnerlicht.

So mancher könnte bei seinen Hochrechnungen, was da noch so an Nachzahlungen und Abschlagssteigerungen anstehen mag vielleicht schon kalkuliert haben, dass der Verlust von Tante Annelises Klunkern aus dem Schmuckkästchen ihn am Ende des Tages günstiger kommt. Die Stadtwerke haben diese Woche veröffentlicht, dass es vorerst so viel schlimmer gar nicht wird. 16,93 Euro zahlt der Durchschnittshaushalt ab Januar mehr für Strom, für Gas sind es 13,60 Euro. Was für den Betrag ab sofort auch ginge: Reibekuchen und wärmenden Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt konsumieren und dafür zu Hause Herd und Heizung aus lassen.

Apropos Rauschmittel: Bis zur von der Bundesregierung vorgesehenen Cannabislegalisierung dürfte es auch in unserer Region noch zu ausführlichen Debatten kommen. Beratungsstellen befürworten die Legalisierung. Apothekerinnen und Apotheker, die möglicherweise zu Grasverkäuferinnen und -verkäufern werden sollen, sind skeptisch. Auch legal soll der Anbau zu Hause werden. Unter Sparaspekten wahrscheinlich eher ineffizient, brauchen die Pflänzchen doch intensive Wärmebestrahlung und sind aus Filmen und Serien bekannt dafür, unkontrollierte Fressattacken auszulösen.

Deshalb lieber: Kaffeemaschine und Kühlschrank ausstöpseln und heiße und kalte Getränke nur noch im Kiosk um die Ecke kaufen. Zumindest in Linnich fungieren die noch als veritabler Ortstreffpunkt, wie meine Kollegin sich diese Woche angeschaut hat. Und ein Tipp fällt mir noch ein: Den Fernseher zwar am Nachmittag als Anwesenheitsattrappe anschalten, die Fußballspiele der anstehenden WM aber zum Beispiel bei einer Public-Viewing-Veranstaltung schauen. Oder: einfach gar nicht. Das schont nicht nur über die Stromrechnung das Bank-, sondern auch das Karmakonto.