Jülich: Leichter Anstieg: Aktuell 414 Flüchtlinge in Jülich

Jülich : Leichter Anstieg: Aktuell 414 Flüchtlinge in Jülich

Mitte August hat das Sozialamt der Stadt Jülich genau 414 Flüchtlinge betreut — und damit 190 weniger als beim Höchststand im Jahr 2016 (604). Das erfuhr der Sozialausschuss in der jüngsten Sitzung im neuesten Bericht der Verwaltung. 138 Menschen warten noch auf die Entscheidung über ihren Asylantrag, bei 152 wurde er bereits genehmigt. 124 der 414 Frauen und Männer sind „geduldet“, befinden sich also nach einer Ablehnung oder nach einer Einreise ohne Asylverfahren in der Stadt.

Während das Land für Flüchtlinge, die auf eine Entscheidung warten oder bereits anerkannt sind, pro Monat 866 Euro erstattet, gilt das für geduldete Menschen nur drei Monate. Danach sind die Kommunen gezwungen, die Finanzierung von Lebensunterhalt, Unterkunft und Krankenhilfe aus eigenen Mitteln zu stemmen. Aus dem Ausschuss kam entsprechend die Bemerkung, dass sich das im Falle Jülichs pro Jahr auf bis zu 1,3 Millionen Euro summiere (124-mal 866 Euro mal 12), wie der Ausschussvorsitzende Harald Bleser im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete. Es habe eine Diskussion gegeben, aber am Ende den Appell des Gremiums, zügiger für regelmäßige Rückführungen abgelehnter Asylbewerber zu sorgen.

Die Zahl der neu aufgenommenen Flüchtlinge scheint im laufenden Jahr wieder leicht zu steigen. Bis Mitte August wurden laut Bericht der Verwaltung 106 Menschen aufgenommen. Im gesamten Jahr 2017 waren es 103, im Jahr 2016 nur 74 (durch eine Anrechnung der Landesunterkunft Merscher Höhe) und im Jahr 2014 insgesamt 108 Personen. Keines dieser Ergebnisse reicht an 2015 heran, als in Jülich 496 Flüchtlinge angekommen sind.

Die Menschen stammen überwiegend aus Syrien und dem Irak, vereinzelt aus einigen afrikanischen Ländern sowie Iran und Afghanistan. Sie leben in elf stadteigenen Unterkünften sowie in 60 angemieteten Wohnungen (darin zwei Großobjekte/inklusive Jägerhof und Hotel Alte Post). Die Nutzung von zwölf Wohnungen wurde seit 2015 wieder beendet. Das Sozialamt der Stadt sucht für Flüchtlinge mit Bleiberecht und Wohnsitzauflage dringend Wohnungen.

Weil der zur Verfügung stehende Platz sparsam in Anspruch genommen werde, sind etliche Menschen beengt untergebracht, was regelmäßig zu Problemen im Zusammenleben führe. In kleinen Räumen der „Alten Post“ habe sich gezeigt, dass die dauerhafte Belegung mit mehreren Menschen auch häufige Renovierungen notwendig machten, weil sich zum Beispiel Schimmel bilde. Die Arbeiten übernehmen die Maler des Bauhofs oder externe Firmen.

(-vpu-)