Jülich: Lazarus Strohmanus: Neuer Ordensträger ist ein Glücksfall für Jülich

Jülich : Lazarus Strohmanus: Neuer Ordensträger ist ein Glücksfall für Jülich

„Guido von Büren ist ein Glücksfall für Jülich“ — so resümierte Laudator Helmut Vonderbank, der traditionell als Hexenturmordensträger des Vorjahres auf der Jahreshauptversammlung der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus die Laudatio auf den aktuellen, 318. Pattühm hielt.

Vonderbank bezeichnete den neuen Hexenturmordensträger als „echten Muttkrat mit unbändiger Leidenschaft für Geschichte und Geschichten, Kurator mit heiligem Geist, manchmal auch Wilhelm der V.“ , eine Anspielung auf seine Rolle beim Stadtgespräch im Jubiläumsjahr „Wilhelm 500“.

Männergesellschaft ehrt Frau mit der Ehrenkappe: David Ningelgen zeichnet Dorothee Schenk aus. Foto: Jagodzinska

Ferner sei er Herausgeber und Schriftsteller von Publikationen, Vorsitzender des Geschichtsvereins, Mitarbeiter des Museums Zitadelle und „weit über die Stadtgrenzen hinaus anerkannter Historiker“. Vonderbank hob zudem von Bürens Vorsitz in der renommierten „Wartburg-Gesellschaft“ hervor, die Burgen und Schlösser erforscht, sein ehrenamtliches Engagement in der Sprechergruppe der Arbeitsgemeinschaft der Geschichtsvereine im Kreis Düren sowie in der „Gesellschaft für internationale Burgenkunde“ und im Vorstand der „Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung“.

„Mit ganz besonderer Begeisterung“ engagiere sich der Pattühm für den Erhalt der Kommende Siersdorf als Vorsitzender in deren Förderverein. Nicht zuletzt habe von Büren „seit Kindesbeinen eine Verbindung“ zur Historischen Gesellschaft. Hat ihn doch schon seine Oma Resi im Kinderwagen am Veilchendienstag zum Marktplatz und am Abend zum Feuerwerk an der Rur geschoben, „wie es sich für einen echten Jülicher gehört“.

Nach der Verleihung des Hexenturmordens durch Senatspräsident Linus Wiederholt betonte von Büren, wie stolz ihn diese Auszeichnung mache. 2017 habe er die Ehre gehabt, Ehrenkappenträger zu werden, jetzt komme er in den Genuss der hohen Auszeichnung. „Das ist nicht zu toppen, wenn ich nicht im nächsten Jahr den Lazarus geben soll“, scherzte er und versprach, „jetzt noch tiefer in die Geschichte des Lazarusbrauchtums einzutauchen“.

Apropos Veilchendienstag: Nach dem Anstimmen des „Nationalliedes“ der Gesellschaft vor dem Hereintragen der Strohpuppe unter Klatschmarsch der Lazarusbrüder war das „Gelöbnis“ ein weiterer Höhepunkt. „Ich schwöre un jelobe, dich Lazarus Strohmanus am Fastelovendsdienstag durch die Stroße de Stadt Jülich ze drare on ze werfe, wie et sich für ene anständije Bürjer eignet on jebührt“, versprachen die Lazarusbrüder feierlich, sich an den Händen haltend.

Im Laufe der besonders lebendigen Versammlung mit viel Humor überließ Präsident Heinrich Ningelgen auffallend viele Aufgaben seinem Sohn und Vize David. So verlieh letzterer, allerdings nicht zum ersten Mal, die Ehrenkappen an drei engagierte Jülicher, in diesem Fall an Dorothee Schenk, Hans Schüller und Propst Josef Wolff.

Später lud David Ningelgen die Gesellschaft unter anderem zum Singen eines uralten Jülicher Kneipenliedes ein, „Lazarus Strohmanus soll leben“. Nach jeder Strophe standen die vielen Lazarusbrüder auf, hielten sich an den Händen und sangen mit sichtlich viel Freude den Refrain. Ningelgen lobte das Selbstbewusstsein der „junge Lütt, die ahl Lieder widder ze singe“.

Keine Überraschung zum Schluss

Die von einigen Gästen heimlich erwartete Überraschung zum Schluss, nämlich die Übergabe der Präsidentschaft von Heinrich an David Ningelgen blieb allerdings aus. Die Kinderbesengruppe tanzte, genauso wie die neu aufgenommenen Mitglieder im Rahmen eines augenzwinkernden Aufnahmerituals. Den Schlussakkord spielte traditionell der Spielmannszug Güsten.

(ptj)