Jülich: Lazarus Strohmanus: Guido von Büren ist neuer „Pattühm“

Jülich: Lazarus Strohmanus: Guido von Büren ist neuer „Pattühm“

„Dem Pannestätz ne würdije Nome verpasse“, wie Lazarus-Präsident Heinrich Ningelgen es ausdrückte, war Sinn und Zweck, gleichzeitig Höhepunkt der traditionellen Lazarustaufe im voll besetzten Saal des Kulturbahnhofs. Neuer „Pattühm“ bei der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus ist Guido von Büren.

Wie der von Ningelgen gedichtete Taufname in Hochdeutsch offenbart, ist er „Historiker für alte Geschichten. Schreiber von Büchern über uralte Sagen und noch ältere Gemäuer. Sucher nach Wahrheit und Vergangenheit. Humorvoller Erzähler und Bewahrer der Jülicher historischen Geschichte. Wächter am Hexenturm, Schließer der Stadt. Vorsitzender vom Geschichtsverein und der Siersdorfer Kommode. Schimmel, dickbeiniger, hochfliegender, freudig jubelnder Lazarus Strohmanus Guidius, Wilhelmus, Johannuß“.

Feierlicher Taufakt: „Patthühm“ Guido von Büren besprengt den „Guidius Wilhelmus Johannuß“, mit Schnaps. Foto: Jagodzinska

Zudem spricht von Büren sowohl Hochdeutsch und Ripuarisch als auch „echtes Latein“. Deswegen hörte er mit viel Freude die augenzwinkernde Übersetzung Ningelgens ins Lateinische, die wie folgt begann: „Historicus pro grandis natu fabula. Scriptor ab initio liber super vetustissimus parietinae et fabula. Quaesitio verum et tempus. Facetus narrator atque promus hic Juliacum historia fabula. Custos ante miracula turris clusius is urbanus.“

Für diejenigen, „die ne vernünftije Sproach kenne“, war folgender Name entscheidend: „Verzähle von ahl Kammele. Schriever vun Böche övver urahl Märchere un noch äldere Muure. Söcker noh Wohrheet und Vergangeheet. Löstige Verklickerer, er erhält de ahl Jülicher Geschichten. Wächter an de Hexetur, on er schließ de Stadt av. Schavvahn em Geschichtsvering un em Siersdörper Kommödche. Blonde, langhörrige, brettbehnige, avvhefende, für Freud jurzende Lazarus Strohmanus Guido, Willem, Schäng.“

Schnaps-Taufe

Der Pattühm benetzte den Strohmanus mit Schnaps und stieß im Anschluss mit seinem Vorgänger Helmut Vonderbank, Ningelgen und dessen Sohn und Vize David auf den Täufling an. Dass die Historische Gesellschaft beständig größer wird, zeigte einmal mehr der eindrucksvolle Bühnenaufmarsch aller Lazarusbrüder, die ihr „Nationallied“ sangen. Von Anfang an textsicher zeigte sich der neue Pattühm.

Der „Jülicher Jong“ ist übrigens „net ömesöns“ Pate. Er wird beim Festkommers im November anlässlich des 29 mal 11. Jubiläums der Gesellschaft 2019 einen Vortrag über „Lazarus Strohmanus“ halten.

Im weiteren Rahmenprogramm, für das die Blaskapelle „Merzbachmusikanten“ die passenden Töne fand, schwangen zwei adrette Tanzgruppen Beine und Hüften. Die Tanzgarde „Onger eene hot“ der KG Ratheim und die „Lucky Stars“ der KG Rursternchen, diesmal im Indianeroutfit mit Cowboy und Marterpfahl. Das CCGK-Dreigestirn präsentierte sich seinen Fans, und das Fanfarenkorps „Rote Funken“ der KG „Würmer Wenk“ spielte auf.

Als komischer Justizvollzugsbeamter aus der Adenauer-Zeit demonstrierte der Kölner Redner „Dä Knubbelisch vum Klingepötz“ humorvoll, wie Justiz und Karneval harmonieren. Schließlich stimmte Bernd Flücken Jülicher Lieder an. Sein kleines Programm beschloss er auf eigenen Wunsch mit dem „Hexenturmlied“.

(ptj)
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