Titz: Lagerleben auf der Gelände der Primusschule

Titz: Lagerleben auf der Gelände der Primusschule

Im zweitägigen Lager auf dem Gelände hinter der Primusschule schlüpften 40 Kinder, aufgeteilt in 20 Teilnehmer pro Tag, in selbst genähten Waffenröcken und handgefertigten Leder-Bundschuhen in die Haut von Wikingern. Friedlich beschäftigten sie sich mit der Weiterverarbeitung von Wolle bis hin zum Flechten von Schnüren, fertigten Fibeln aus Metall oder bemalten Halstücher.

Als sehr beliebt erwiesen sich Waffenübungen wie Axt- und Speerwerfen und Bogenschießen, oder das strategische Geschicklichkeitspiel Wikingerschach. Möglich war das von der „Offenen Jugendarbeit Titz“ (Oja) bereits im zweiten Jahr veranstaltete Lager nur durch die Vorbereitung und Betreuung eines rund 30-köpfigen Ehrenamtlerteams, darunter zwei „Teamer“ aus der Gemeinde.

„Die Kinder sollen sich fühlen wie die Wikinger“, betonte Diplom-Sozialpädagoge Rolf Sylvester die Motivation. „Mit den Ehrenamtlern steht und fällt hier alles“, setzte er lobend hinzu.

„Wir lagern in dieser Konstellation regelmäßig zusammen“, erklärte „Dana“ alias Sabrina Brockers die Hintergründe. So sorgen die Wikinger-Darsteller für den reiblungslosen Auf- und Abbau der Zelte, bereiten die handwerklichen Arbeiten vor, begleiten sie und betreuen Waffenübungen — und schlafen in ihren Zelten, während die Lager-Teilnehmer für vier Stunden täglich anreisen.

Iris Klingenberg hatte im Vorfeld 40 Waffenröcke genäht, andere Teammitglieder waren etwa mit der Vorbereitung der historischen Lederschuhe beschäftigt, die mit jeweils einem langen Riemen gebunden werden. Mit dem Schneiden des Leders und dem Stanzen der Löcher benötige man für die Fertigung eines Bundschuhpaares rund eineinhalb Stunden. „Das muss man mit Herzblut machen“, betonte Swan Petterson alias Sascha Feik, der gerade Metallarmbänder nach Art eines Kettenhemdes fertigte.

Zum Lagerleben zählten auch zwei Hunde und drei Ponys aus dem Stall von Angelika Lammertz, darunter ein Welsh Pony der Größe A. Weitere Tiere sollten hinzukommen, aber die Tiere vom Müntzer Ziegenhof waren bereits verplant und Lammertz‘ Esel zeigte sich störrisch und wollte sich nicht verladen lassen. „Wenn der nicht will, dann will er nicht“, weiß seine Besitzerin. Wie wird das Lager finanziert? „Über Teilnehmerbeiträge, den Rest finanziert die Gemeinde Titz über meinen Etat“, verriet Sylvester. In jedem Fall ist das Lagererlebnis lohnenswert, die Kinder waren offensichtlich mit Freude bei der Sache.

(ptj)