Koslar: Kurzarbeit war die Rettung für Mondi in Koslar

Koslar: Kurzarbeit war die Rettung für Mondi in Koslar

Die Auftragslage ist gut, die Produktion fast zu 100 Prozent ausgelastet. Das sagt Carsten Lange als Geschäftsführer der Mondi-Niederlassung in Koslar. Seit gut einem Monat arbeitet das Werk wieder auf Volllast - nach sechsmonatiger Kurzarbeit. „Durch die von uns Ende vergangenen Jahres beendeten Umstrukturierungen sind wir relativ stabil aus der Krise heraus gekommen.”

Laut Carsten Lange wäre das ohne Kurzarbeit nicht möglich gewesen. „Nur das hat dazu geführt, dass wir den Standort sichern konnten.” Der Mondi-Chef erinnerte in dem Zusammenhang auch noch einmal daran, dass die Entlassungen von rund 15 Mitarbeitern im Dezember 2008 „zwar schmerzlich, aber unumgänglich waren”. Damit sei der Schrumpfungsprozess aber beendet. „Wir stehen heute gut da.”

Arbeiteten zu Beginn der Übernahme von Schleipen+Erkens durch Mondi 2006 noch rund 160 Mitarbeiter am Standort Koslar, ist deren Zahl auf heute 90 gesunken. Auch wenn die Geschäftsführung die Wirtschaftskrise noch nicht als beendet ansieht. „Im kommenden Jahr wird es sicher noch zu Einbußen kommen. Aber unsere jetzigen Arbeitsplätze sind gesichert.”

Zu dieser Aussage steht Lange, daran wird sich auch nichts ändern, wenn er zum 1. Januar 2010 das Koslarer Werk an seinen jetzigen Stellvertreter Patrick Lennertz übergibt. Der ist seit gut anderthalb Jahren in Koslar mitverantwortlich und hat mit ihm zusammen die Umstrukturierungen angefangen. „Wenn es uns gut geht, dann soll es auch unseren Mitarbeitern gut gehen”, unterstreicht Lennertz. So wurde nun ein Bonus-System eingeführt.

Worauf die Koslarer besonders stolz sind, ist nicht nur die Zertifizierungen von Sicherheitsnormen, sondern auch deren Einhaltung. „Wir sind seit fast 1000 Tagen unfallfrei”, so Lange. Gemeinsam habe man diese Zielmarke mit der Übernahme 2006 angestrebt. „Der Tag, an dem wir diese unfallfreie Zeit im Dezember erreichen werden, ist für alle ein kleiner Feiertag hier im Werk.” Lennertz hat schon geplant, es werden nicht nur Worte fallen, sondern für jeden Mitarbeiter gibt es auch ein kleines Geschenk - und eine neue Richtmarke.

„Die Gesundheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz ist nur dann gewährleistet, wenn die Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden”, sagen die führenden Köpfe bei Mondi. Das trifft auch für Fremdfirmen zu. Deren Mitarbeitern müssen sich auch den strengen Vorschriften fügen - zum Beispiel beim Schneiden von Baumkronen innerhalb des Werksgeländes. Und sei es von einem Garagendach aus. Persönlich vergewissert sich Lange davon, dass der Arbeiter, der mit der Aufgabe betraut ist, per Seil am Hubwagen gesichert ist.

Dass weitere Modernisierungen im Maschinenpark vorgenommen werden, ist für Mondi ebenso beschlossene Sache wie die Fortführung des Sicherheitsprogramms und der Zugewinn weiterer Zielgruppen. Nun hat man in der Solarindustrie einen Fuß in der Tür. Ein neues Fertigungssegment bilden Spezialfolien, die auf Mondi-Papier gezogen und von Koslar aus weltweit vertrieben werden.

„Hier wird wieder Geld verdient”, ist Carsten Lange stolz auf die Mitarbeiter, die alle Maßnahmen mitgetragen haben. Von ihnen verabschiedet er sich im Dezember. Er wird Europa-Manager in der Mondi-Gruppe.