Jülich: Kurtz zieht an die Merscher Höhe

Jülich : Kurtz zieht an die Merscher Höhe

Bei Familie Kurtz in der Nähe des kanadischen Toronto war ein Bauprojekt in Jülich beinahe zum Running Gag geworden, zum nicht enden wollenden Witz.

„Das erste Gespräch mit der Stadt Jülich hatten wir am 3. Juli 2012. Da dachte ich: Es wird vielleicht eineinhalb Jahre dauern, und dann können wir mit dem Bau beginnen“, sagt Andreas Kurtz, geschäftsführender Gesellschafter des Jülicher Baustofffachhandels Bauen und Leben Kurtz. Kurtz konnte das am Montag mit einem Lächeln auf den Lippen sagen. Denn am Montag war der Tag des Spatenstichs endlich gekommen für den Neubau der Firmenzentrale in Jülich am Fuß der Merscher Höhe, unmittelbar neben dem größten Baumarkt Jülichs.

Kurtz war zu diesem Anlass aus Kanada angereist und hatte noch eine Anekdote auf Lager. „2015 hat meine Frau gewettet, dass das mit dem Neubau nichts vor 2020 wird“, sagte Kurtz. Das kommt aller Wahrscheinlichkeit nach anders. Für den kommenden Sommer plant Andreas Kurtz wieder eine Reise nach Jülich, dann zur Eröffnung des sieben Millionen Euro teuren Neubaus, von dem sich das Unternehmen und die Jülicher Stadtplaner große Fortschritte versprechen.

Bauen und Leben Kurtz sollte dann umgezogen sein von seinem Areal an der Ellbachstraße, das rund 13.000 Quadratmeter groß ist, an den Fuß der Merscher Höhe. Da hat das Unternehmen 19.200 Quadratmeter gekauft. Im Moment beschäftigt das Unternehmen 38 Mitarbeiter, die 27 in Jülich tätigen soll umziehen. „In einer zweiten Phase ist es geplant, dass wir noch ein paar Stellen neu schaffen“, erklärte Andreas Kurtz.

Der Umzug sei notwenig geworden, weil der alte Standort nach sechs Jahrzehnten nicht mehr zeitgemäß sein. Beispielsweise, weil die Lkw der Zulieferer häufiger für Rückstau auf der Ellbachstraße sorgen. „Die neuen Räume sind dann auch voll klimatisiert“, sagte Kurtz. Gerade in der aktuellen Wetterphase ist das ein heißes Thema. „Wir wollen am neuen Standort ein paar zukunftsweisende Ideen umsetzen, die bisher nicht möglich sind“, sagte der Geschäftsführer. Ab dem nächsten Jahr soll es möglich sein, die Ware an Werktagen rund um die Uhr abzuholen. Außerdem richtet das Unternehmen neben einer internen Elektro-Tankstelle eine zu jeder zeit erreichbare auf dem Parkplatz ein.

„Wir sind dankbar, dass ein Jülicher Unternehmen seine Tradition hier vor Ort fortsetzt“, sagte Bürgermeister Axel Fuchs. Er erwähnte nicht nur die Nachbarschaft zum großen Baumarkt, sondern auch die zum Brainergy-Park, der auf der Merscher Höhe entstehen soll. Deswegen sprach Fuchs vom Entstehen eines Baukompetenzzentrums.

Hotel denkbar

Auf Nachfrage erklärte Fuchs zudem, dass auch die frei werdende Fläche aus Sicht der Stadt „hoch spannend“ sei. Das aktuelle Kurtz-Gelände liegt unmittelbar am Rur-uferradweg. Sobald der Umzug des Unternehmens abgeschlossen ist, geht das Grundstück laut Kurtz über den Besitz der Projektentwicklers, der auch den Neubau konzipiert. „Es hat in der Vergangenheit schon interessante Ideen gegeben, was dort an der Ellbachstraße entstehen könnte“, ließ Fuchs durchblicken. „So war der Rat schon einmal angetan von der Idee, dass dort ein Hotel entsteht.“ Den Bedarf dafür gebe es. Das zeigten die vielen Gäste für Industrie und Forschung in Jülich, die oft in anderen Städten untergebracht werden müssten. Denkbar sei aufgrund der Attraktivität der Lage auch eine Wohnbebauung. Oder eine Mischung. „Wir warten jetzt die Ideen ab, die da aufkommen“, sagte Fuchs.

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