Kunstrasenplatz in Jülich: neue Zweifel, kein Beschluss

Zähes Ringen um die Freizeitstätte : Kunstrasenplatz in Jülich: neue Zweifel, kein Beschluss

Die Entscheidung über einen Kunstrasenplatz in zentraler Lage im Jülicher Karl-Knipprath-Stadion, der von möglichst vielen Vereinen aber auch Schulen genutzt werden soll, steht weiter aus.

Zwar hatten sich die Ratsfraktionen grundsätzlich darauf verständigt, für rund 800.000 Euro einen Aschenplatz durch einen Kunstrasenplatz zu ersetzen, dies aber unter einen Vorbehalt gestellt. So hatte Heinz Frey, Fraktionsvorsitzender der UWG Jül, ein Nutzungskonzept für den Platz eingefordert und zudem eine Beteiligung der Vereine an den Kosten gefordert.

Bei der neuerlichen Diskussion im Stadtrat am Donnerstag sah Frey seine Fragen von der Verwaltung nicht ausreichend beantwortet. „Wir wollen das Projekt. Wir wollen aber auch einen verantwortlichen Umgang mit Steuergeldern. Deswegen wollen wir wissen, wer den Platz nutzen wird und wie die Eigenbeteiligung der Vereine aussieht“, betonte Frey erneut. Ein Nutzungskonzept könne allenfalls von Saison zu Saison erstellt werden, reagierte CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Capellmann: „Wenn wir dauerhaft sichere Nutzer dieses Platzes hätten, könnten wir über beide Punkte sprechen. Es soll aber ein Platz für alle Vereine sein, der nur in zentraler Lage in Jülich Sinn macht.“

Ähnlich sieht das auch die Verwaltung, die darauf verweist, dass der Platz allen Vereinen zur Nutzung angeboten werden soll und insbesondere aufgrund der besseren Nutzungszeiten im Winter stärker frequentiert werden dürfte. Bauchschmerzen machen sich inzwischen bei der SPD breit, nachdem die Verwaltung in einer Stellungnahme auf das Thema Umweltbelastung eingegangen ist. Für einen Kunstrasenplatz werden 100 Tonnen Kunststoffgranulat benötigt, schreibt die Verwaltung – zehn Tonnen müssen jährlich aufgefüllt werden, weil Wind, Regen und Schuhe der Fußballer die Mikroplastikkugeln in die Natur tragen.

Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Harald Garding verdient das eigentlich die Rote Karte: „Wir sollten uns das gut überlegen und einig sein, dass dieser Kunstrasenplatz dann das letzte Projekt dieser Art in Jülich ist.“ Ein Beschluss blieb am Donnerstag aus, so dass das Thema in der kommenden Ratssitzung erneut auf der Tagesordnung stehen dürfte.

(bugi)
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