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Jülich: Kunstkurse des Gymnasiums Zitadelle stellen Werke vor

Jülich : Kunstkurse des Gymnasiums Zitadelle stellen Werke vor

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Zitadelle aus den Kunstkursen der Jahrgangsstufen 10 und 11 unter der Leitung von Alexander Loup und Ugur Ekener stellten jüngst ihre künstlerischen Arbeiten aus. Diese entstanden im Rahmen einer Kooperation mit dem Kunstverein Jülich.

Nach einem fulminanten Einsatz der Schulband des Gymnasiums unter Leitung von Irina Lennartz bedankte sich Schulleiterin Dr. Edith Körver für die gewinnbringende Kooperation, deren Grundstein in zahlreichen Planungsgesprächen bereits Anfang des Schuljahres 2016 gelegt wurde. Kirsten Müller-Lehnen machte seinerzeit den Vorschlag, anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Kunstvereins eine Installation aus Schülerarbeiten in Form eines Dinnertables nach der Künstlerin Judy Chicago zu realisieren.

Von der Aufgeschlossenheit und Unbefangenheit, mit der ihr Schülerinnen und Schüler in Unterrichtsbesuchen begegneten, erzählte die Vorsitzende des Kunstvereins danach begeistert von der fruchtbaren Zusammenarbeit mit den Kunstlehrern Alexander Loup und Ugur Ekener.

Als spannendes Experiment bezeichnete Loup die Zusammenarbeit mit dem Kunstverein. In seiner Ansprache erklärte er sein pädagogisches Konzept, die Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Jahrgangsstufe 10 zunächst mit unterschiedlichen, sehr verschieden arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern zu konfrontieren und diese zu erforschen.

„Um sich einer Antwort auf die Frage ‚Was ist Kunst?‘ zu nähern, müssen die Schülerinnen und Schüler zunächst verschiedene Formen der Kunst kennenlernen”, betonte Loup. Nachdem die Lernenden ihre gestalterischen Schwerpunkte selbst festgelegt hatten, durften sie in einer offenen Aufgabe eine frei gewählte künstlerische Intention verfolgen. „Innerhalb von wenigen Unterrichtsstunden arbeiteten die Schülerinnen und Schüler fieberhaft an jeweils sehr unterschiedlichen und äußerst eigenwilligen Gestaltungen, die Bezüge zu den vorher thematisierten zehn Künstlerinnen und Künstlern erkennen ließen“, so Alexander Loup.

Unter der fachkundigen Unterstützung durch ihn lernten die Schülerinnen und Schüler „ganz nebenbei” den materialgerechten Gebrauch verschiedener Werkzeuge kennen. Herr Loup betonte, dass es sei spannend sei, die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler direkt neben ihren Arbeiten zu hören und bat die Anwesenden, sich von ihren Stühlen zu erheben. Sodann sprachen Nada Frettlöh, Luka Freiwald, Hatice Demirci, Lisa Milicia und Leon Hübl offen und teilweise sehr intim über ihre künstlerischen Schaffensprozesse und die gemachten Erfahrungen, welche die Zuhörer sichtlich beeindruckten.

Schwerpunkt beim Thema Enthüllung

In der Jahrgangsstufe 11 legten die Schülerinnen und Schüler den Schwerpunkt auf das Thema Enthüllung und entwickelten jeweils ein Modell für eine Installation. Angeregt von den Installationen der Künstlerin Louise Bourgeois beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit frei ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern und enthüllten eine besonders interessante Lebenssituation in Form einer Installation als Modell.

Der Fokus dieser Aufgabe lag darin, dass die Schülerinnen und Schüler ein Modell für eine Installation mit Alltagsmaterialien entwickelten, die in der Wirkung den Lebenssituationen der jeweiligen Künstlerinnen und Künstler entsprechen sollten.

„In diesem Kontext ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler den modernen Kunstbegriff kennen- und verstehen lernen.” so Ekener. Auch Alltagsmaterialien können einen künstlerischen Eigenwert besitzen. So wurden beispielsweise ready-mades á la Marcel Duchamps thematisiert, um den Schülerinnen und Schülern neue gestalterische Wege aufzuzeigen.

Bereits während der Ideenfindung hatten die Schülerinnen und Schüler mit vielen Entscheidungen zu hadern. Im regen Austausch mit dem Fachlehrer lernten die Schülerinnen und Schüler, ihre Entwurfsskizzen zu fokussieren, während des Gestaltungsprozesses eigene Entscheidungen zu treffen und Gestaltungsprobleme zu lösen. Auf diese Weise entstanden Werke, die eine hohe gestalterische Qualität aufweisen.

„Der künstlerische Schaffensprozess ist kein geradliniger, sondern immer geprägt von Umwegen und Hindernissen. An den beispielhaft beiliegenden Notizen und Skizzen können die Besucher die individuellen künstlerischen Schaffensprozesse der Schülerinnen und Schüler sehr schön nachvollziehen.“ Diese und weitere Exponate werden am 22. und 23. September von 11 bis 17 Uhr im Hexenturm einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Zitadelle laden ganz herzlich ein und freuen sich auf Besuch.