Kulturrucksack-Workshop Light-Painting m Museum Zitadelle Jülich

Kulturrucksack-Workshop Light-Painting : Eine Kamera, Lametta, Licht und Kreativität

Das Museum Zitadelle Jülich hat für Kinder und Jugendliche einen Workshop zum Thema Light-Painting in den „Kulturrucksack“ gepackt. Dabei entstehen Motive in dunklen Räumen aus Licht.

Im Rahmen des Förderungsprogramms „Kulturrucksack NRW“ kamen am Dienstag im Museum der Zitadelle Jülicher Kinder im Alter zwischen 10 und 14 Jahren in den Genuss einer besonderen Art der Fotografie. Das sogenannte „Light-Painting“, bei dem in möglichst dunklen Räumlichkeiten und durch lange Belichtungszeit effektvolle Motive mit einer Lichtquelle in die Luft gezeichnet werden, eignet sich hervorragend, kreative Adern freizulegen. Solange die Technik mitspielt.

Um die Technik und das nötige Equipment kümmerten sich die langjährigen Jülicher Hobby-Fotografen Michael Greve und Hans Launer. Beide unterstützten im vergangenen Jahr bereits Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren beim Light-Painting und erstellten aus dieser gemeinsamen Arbeit einen Bilderbogen mit beeindruckenden Motiven. Auf Anregungen des Museumsleiters Marcell Perce sollten sich nun deutlich jüngere Fotokünstler an der Lichtmalerei versuchen.

Michael Greve stand dieser Idee zu Beginn durchaus ein wenig skeptisch gegenüber. „Dadurch, dass wir den Kindern zunächst die Technik und die Vorgehensweise erklären müssen, hätten wir Gefahr laufen können, dass der Vormittag ziemlich langweilig verläuft“, beschrieb Greve seine anfängliche Skepsis. Dank der spürbar guten Laune und dem mitgebrachten Interesse der angehenden Lichtmaler verflogen diese Bedenken jedoch recht schnell. Mit großem kreativen Eifer gingen die Mädchen und Jungen bereits während der Vorbereitungsphase ans Werk und besprachen untereinander mögliche Entwürfe und Ideen.

Manche brachten eigene Lichtquellen wie kleine Taschenlampen von zu Hause mit. Aus ihrer eigenen Sammlung steuerten Greve und Launer besonders geeignetes Material bei, welches der langjährige Geschäftsführer des Jülicher Geschichtsvereins Greve ironisch als „Lichtspielzeug“ beschrieb. Dieses bestand unter anderem aus hochwertigen Lichtstrahlern, taktischen Lampen oder LED-Leuchtstäben. „Auch Lichtschwerter genannt“, wie von Hans Launer mit einem Augenzwinkern festgestellt.

Die Idee: Die Kinder überlege, wie sie mit dem Licht malen wollen. Foto: Jakub Drogowski

Besonders kostenintensive Lichtapparaturen seien keine zwingende Voraussetzung für ein erfolgreiches Light-Painting. „Man kann mit einer handelsüblichen Taschenlampe und gewöhnlichen Haushaltsgegenständen wie Getränkeflaschen, Backpapierrollen oder Lametta wunderschöne Lichteffekte entstehen lassen. Da ist einfach Kreativität gefragt“, erklärte Launer. Zum Beweis holte er eine, hierzulande vor allem Fussball-Fans vertraute, Kunststoff-Vuvuzela mit integrierter Leuchte hervor. Hochprofessionelle und somit sehr teure Fotokameras seien ebenfalls nicht nötig, um effektive Lichtmalerei zu betreiben. „Sie sollten allerdings in der Lage sein, eine Belichtungszeit von mindestens 20 bis 30 Sekunden aufrecht zu erhalten“, so Michael Greve. Sogar moderne Smartphones haben heutzutage eine eingeschränkte Belichtungsfunktion integriert.

Unabdingbar für gelungene Lichtkunstwerke ist allerdings eine möglichst lichtfreie Umgebung. Die verwinkelten Kasematten der Zitadelle stellten einen idealen Standort dar. Nach einer wohlverdienten Pause und ausgestattet mit dem nötigen Vorwissen und vielen Ideen konnten die jungen Fotokünstler ihrer Fantasie endlich freien Lauf lassen. Die im Vorfeld befürchtete Langweile kam nie auf. Eine Auswahl der Bilder soll nun ebenfalls in einer Bilderbroschüre zusammengefasst werden.

Das 2012 vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft ins Leben gerufene Programm „Kulturrucksack NRW“ fördert landesweit Projekte zur Heranführung an Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche. Auch in Jülich ist in diesem Rahmen ein weiteres Projekt im Museum der Zitadelle geplant. Am 21. August findet „Malen mit Acrylfarben“ mit dem Künstler Rudolf Jahn statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

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