Offenes Atelier : Künstlerin will das Individuelle der Menschen zeigen

Offenes Atelier : Künstlerin will das Individuelle der Menschen zeigen

Die freischaffende Künstlerin Bina Placzek-Theisen hat kürzlich die Pforten ihres Ateliers für Freunde und Interessierte geöffnet. An diesem Tag waren die Räume nicht nur mit Kunst über Menschen, sondern auch mit menschlichen Besuchern gefüllt.

In dem kleinen Raum, der seinen Charme durch den sichtbaren Eigenbau und ein scheinbar endloses Resort aus zusammengewürfelten Gegenständen erhält, saßen um einen kleinen Tisch und auf einem Sofa einige Besucher, die sich mit Bina Placzek-Theisen über ihre Kunst unterhielten.

An den Wänden war keine Stelle mehr frei, die Platz für eine weitere Zeichnung oder Malerei gelassen hätte. Hierbei dominierten Aktzeichnungen des weiblichen Körpers, wozu Placzek-Theisen sagte: „Der Mensch an sich interessiert mich sehr. Die Verschiedenheit und das Individuelle regen mich an. Und ich finde, dass der weibliche Körper einfach mehr hergibt.“

Dies spiegelt sich auch in ihren Werken, die keine Aktzeichnungen sind. Bei „Die Neuen Alten“ steht das Individuum, oder die unterschiedlichen Typen von Menschen, im Mittelpunkt. Die verschiedenen bunt kolorierten Zeichnungen zeigen dabei beispielsweise eine ältere Frau in knapper, rosafarbener Bekleidung, die andere hat eine sympathisch wirkende Clowns-Nase und wieder einer anderen stehen schlicht die Haare zu Berge. Es sind alles Menschen, denen man in der Realität begegnet sei, sagte Placzek-Teisen, die weiter erklärte: „In meinen Bildern fange ich das Gefühl der Sichtung ein. Aus dem Bauch heraus möchte ich dabei das zeigen, was diesen Menschen typisch macht.“

Kopfkino: heimlich gezeichnet

„Kopfkino“, eine 108-teilige Arbeit, die unterschiedliche, menschliche Gesichter zeigt, war ebenfalls zu sehen. „Die Personen sind natürlicher, wenn sie in Unwissenheit gezeichnet werden“, sagte die Künstlerin hierzu. Die Skizzen seinen in einem Café entstanden. Bis auf eine Ausnahme sei sie dabei unentdeckt geblieben. Später übertrug sie diese auf Büttenpapier und fügte Farbe hinzu, wodurch das fertige „Kopfkino“ entstand. Weitere Skizzen, die noch nicht in der Ausstellung zu sehen sind, warten noch in kleinen Notizbüchern der Künstlerin.

Hilde Gottfroh, eine Bekannte und ebenfalls Künstlerin, bezeichnete die gezeigte Kunst als Darstellung „individueller, lebendiger Befindlichkeit mit gutem Ausdruck.“

Nächstes Jahr plant Bina Placzek-Theisen wieder einen Tag des offenen Ateliers. Wer nicht so lange waren möchte, kann sich für Kurse an der Volkshochschule Jülicher Land anmelden. Weitere Informationen hierzu sind unter vhs-juelicher-land.de einsehbar. Darüber hinaus sei, so die Künstlerin, ein Kurs für Aktzeichnen in der Realschule in Linnich in Planung. Ein genaues Datum für den Beginn des Kurses steht noch nicht fest. Anmeldungen sind unter malerin@bina-art.de möglich.