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Künstlerin Johanna Koloch-Jorasch aus Jülich stiftet ihre Bilder

Lebenswerk : Jülicher Künstlerin stiftet ihre Gemälde

„Ich arbeite wie besessen“, dieser Satz stammt nicht etwa von einem motivierten Junganwalt oder Banker, sondern von einer 84-jährigen Künstlerin: der Jülicherin Johanna Koloch-Jorasch. „Ich kann da gar nicht gegen an. Wenn ich Ideen hab, reitet mich der Teufel.“ Koloch-Jorasch liebt die Malerei und erschafft ein Bild nach dem anderen.

Auf einen bestimmten Stil legt sie sich nicht fest: Naturalistische, abstrakte und kubistische Bilder oder auch Mandalas finden sich in ihrem Werk. Sie experimentiert gerne mit Farben und Formen und probiert auch mal ganz neue Richtungen aus. Zwischen 500 und 600 Bilder hat sie nach eigenen Angaben in ihrem Leben gemalt. Und es kommen stets weitere dazu. Bis zu einer Woche sitzt sie an einem Gemälde. Sie malt fast täglich in dem kleinen Atelier in ihrer Wohnung. Ständig habe sie neue Ideen, versichert sie.

Früher hatte sie noch eine Zweitwohnung mit einem großen Atelier, in dem all ihre Bilder ausgestellt waren. „Das war wie ein Museum“, erzählt Koloch-Jorasch, „aber dann sagte mein Sohn mal zu mir: Mutter, was willst du mit den Bildern mal machen? Da ist mir bewusst geworden, dass ich einen Sammeltick habe.“ Also beschloss die Künstlerin, sich von ihren Bildern zu trennen – aber nicht von allen: Ihre Lieblinge hängen in ihrer Wohnung. Viele andere aber wollte sie weggeben. „Ich mach keine Vernissagen mehr, ich bin 84, das hat doch keinen Zweck. Ich hab so viele Bilder und meine Kinder wollen die nicht alle haben und deshalb stifte ich die jetzt“, erklärt Koloch-Jorasch.

Sie gibt die Gemälde nun an Einrichtungen, zu denen sie eine Beziehung hat: das Mädchengymnasium in Jülich etwa, das sie als Kind besuchte. Oder das neue Kreishaus in Jülich, dessen Grundstück ihr früher einmal gehört habe, wie sie erzählt. Sie freut sich, wenn ihre Bilder dort anderen Menschen gefallen. „Wenn ich mal nicht mehr bin, lebe ich in meinen Bildern weiter, das ist von mir so eine Idee“, so Koloch-Jorasch.