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Jülich: KuBa-Chef träumt von Technik-Empore

Jülich : KuBa-Chef träumt von Technik-Empore

Für sein Alter hat er sich wahrlich gut gehalten. Und er könnte unzählige Geschichten erzählen: traurige, romantische, spannende und lustige - wenn er denn sprechen könnte. Doch der Filmprojektor im KuBa-Kino gibt, wenn überhaupt, nur ein Knattern von sich, während er sein Publikum wieder Mal in eine andere Welt entführt.

In den 30er Jahren wurde er gebaut, seit 2003 ist der Kulturbahnhof Jülich seine Wirkungsstätte. Hier wurde er selbst Teil einer Geschichte, der Erfolgsgeschichte des KuBa-Kinos.

Blickt KuBa-Geschäftsführer Cornel Cremer auf die Zeit nach der Schließung des letzten Jülicher Lichtspieltheaters an der Großen Rurstraße zurück, steht für ihn fest: „Es fehlte definitiv ein Kino in Jülich.” Immer wieder hörte das Personal die Klagen der Besucher. Also nahm Vorgänger Christoph Klemens die Sache in die Hand.

Auf Grund finanzieller und organisatorischer Probleme dauerte es eine Weile, bis sich das Projekt in die Tat umsetzen ließ. Doch 2003 flimmerte dank Unterstützung der Filmförderung Berlin und der Filmstiftung NRW der erste Kinofilm über die Leinwand. Seitdem verzeichnet das KuBa-Team stetig steigende Besucherzahlen.

2008 nutzten insgesamt 7500 Besucher die Angebote des Kinos. In diesem Jahr zählte Cremer bereits 5000 Zuschauer. Davon saßen allein 1200 in den Vorstellungen des Kinderkinos, das im letzten Jahr 900 Gäste anlockte.

Insbesondere die Attraktivität des Kinderkinos führt Cornel Cremer auf die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen zurück, die er in Zukunft stärker fördern will. So besuchten Schulklassen zum Beispiel die für das Zentralabitur relevanten Filme „Effi Briest” oder „Der Vorleser”.

Programm mit Niveau

Im Programm hat das Kino hauptsächlich deutsche und europäische Filme. Große Hollywood-Produktionen sind selten. „Auf die Auswahl der Filme legen wir großen Wert”, bestätigt Cremer. „Wir sind eben kein Kommerz-Kino.”

In Anerkennung des herausragenden Filmprogramms erhielt das Kino zum dritten Mal in Folge eine Förderprämie in Höhe von 2000 Euro der Filmstiftung NRW.

Verantwortlich für die reibungslosen Vorstellung der Filme sind die beiden Filmvorführer Matthias Scheidt und Klaus Krafft, die seit Anfang des Jahres im KuBa-Kino tätig sind. Wenn mittwochs die ausgeliehenen Filme eintreffen, kleben die Experten die einzelnen Akte aneinander und überspielen sie auf große Filmrollen mit jeweils rund 70 Minuten Spielzeit. „Bei dieser Arbeit ist viel Konzentration gefragt”, so Filmvorführer Matthias Scheidt. Er kennt den Filmprojektor ganz genau und weiß mit ihm umzugehen.

Vor jeder Vorstellung muss der fahrbare Projektorwagen neu positioniert werden, da die Halle unter anderem auch für Konzerte genutzt wird. Der ständige Auf- und Abbau raubt nicht nur Zeit, sondern schadet auch der empfindlichen Projektionstechnik.

„Unser Traum ist eine Technik-Empore in der Halle”, erklärt Cremer. „Damit könnten wir Zeit und Personalkosten sparen.” Zudem ließe sich die Zahl der Plätze von 117 auf 140 erhöhen, denn häufiger stößt das Kino an Kapazitätsgrenzen.

Seit Einführung des Online-Reservierungssystems vor rund zwei Jahren sind die Vorstellung manchmal schon vor dem Einlass ausverkauft. In nächster Zeit sollen genaue Baupläne und Kostenvoranschläge für die Empore eingeholt werden. Der Geschäftsführer ist optimistich: „So werten wir unser Angebot immer wieder ein klein wenig auf.”