Linnich: Krieg im Bild: Zeitzeugen kommen in Linnich zu Wort

Linnich : Krieg im Bild: Zeitzeugen kommen in Linnich zu Wort

Hatte der Linnicher Geschichtsverein seinen ersten Fotoabend mit rund 50 Besuchern im Linnicher Rathaus schon als Erfolg verbucht, so wurde die zweite Veranstaltung dieser Reihe noch besser. Rund 70 Besucher kamen, um sich gemeinsam Fotografien aus ihrer Stadt zur Zeit des Zweiten Weltkrieges anzusehen.

In mühevoller Kleinarbeit hatte Nico Linstädt das gesamte Archiv zuvor digitalisiert und neu geordnet. Über 100 Bilder, darunter eine stattliche Zahl von einem Kölner Fotografen, hatte er gemeinsam mit dem Vorstand des Geschichtsvereins ausgewählt.

Stefan Helm, 2. Vorsitzender des Vereins, hieß die Gäste im voll besetzten Rathaussaal willkommen und forderte sie, wie beim ersten Mal auch, auf sich zu beteiligen, in ihren Erinnerungen zu kramen und damit vielleicht auch Antworten auf so manche ungeklärte Frage zu geben.

Beim ersten Fotoabend hatte man sich mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigt und in alten Fotos und Erinnerungen geschwelgt. Jetzt waren es zumeist Aufnahmen von einer zerstörten Stadt, zum Teil Luftaufnahmen, die aus Amerika den Weg an die Rur gefunden hatten.

Dabei wurde natürlich auch so manche traurige Erinnerung wach. So berichtete ein Besucher von den ersten Bomben auf Linnich, die am 10. Mai 1940 fielen und neun Tote zu beklagen waren.

Auch an diesem Abend entspannten sich wieder rege Gespräche. Es waren etliche Zeitzeugen im Saal, die dann auch wirklich Licht in so manche ungeklärte Sache bringen konnten. Die Stadt war im Laufe der Kampfhandlungen Ende 1944 bis Anfang 1945 zu über 90 Prozent zerstört worden.

Am Freitag, den 22. November, um 18 Uhr findet der dritte und letzte Fotoabend im Rahmen des Bestehens der Stadt Linnich statt.

Dann findet auch die Preisverleihung aus dem Fotowettbewerb statt.

(Kr.)
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