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Kreis Düren: Noch viele Ausbildungsplätze frei

Berufsinfomarkt : Noch viele Ausbildungsplätze frei

70 Aussteller gestalteten den achten Berufsinfomarkt der Nordkommunen im Berufskolleg. „Das passt“, betonte Schulleiterin Heike Schwarzbauer: „Zum einen ist die Schule zentral gelegen, und zum anderen ist sie mit den Bildungsgängen der Berufsschule Partner vieler Unternehmen – nach aktueller Zählung 430 – in der dualen Berufsausbildung im Kreis Düren“.

Schwarzbauer begrüßte die vielen Schüler, Lehrer und Berufswahlkoordinatoren, Vertreter aus den Kommunen, Kammern, der Kreishandwerkschaft und Innungen, der Arbeitsagentur, der Fachhochschulen und des Forschungszentrums sowie vieler Einzelunternehmer aus Handwerk und Industrie. Ferner wünschte sie den Schülern gute Entscheidungshilfen für ihre künftige Berufsausbildung oder ihr Studium, den Ausbildern erste Kontakte zu potentiellen Bewerbern.

Viele Sekundarschüler, für die das Berufskolleg als Oberstufe zählt, weilten unter den Besuchern. „Die Chancen auf Ausbildungsplätze, auch noch für das kommende Ausbildungsjahr, stehen so gut wie lange nicht mehr“, betonte die Schulleiterin. Das bestätigte auch Sandra Gorontzi von der Arbeitsagentur, die den Berufsinfomarkt offiziell eröffnete. „Noch 1000 Arbeitsplätze sind bis zum Sommer zu besetzen. Wir haben 1300 Auszubildende gemeldet, die noch keine Arbeitsstelle gefunden haben“, stellte sie den Bezug von Angebot und Nachfrage heraus. Besondere Dankesworte fand Schwarzbauer für das städtische Amt für Familien, Generationen und Integration unter Federführung von Elisabeth Fasel-Rüdebusch, die den Markt in Kooperation mit verschiedenen Institutionen und Nordkreiskommunen organisiert hat.

Ein nettes Detail am Rande: Das hölzerne Rednerpult im Foyer des Berufskollegs ist eine Handarbeit des Bildungsgangs Tischler im zweiten Lehrjahr in Zusammenarbeit mit der Innung Düren-Jülich. „Wir machen Möbel für behinderte Menschen in sozialen Projekten“, erklärte Tischlermeister Ulrich Goebbels. Blickfang draußen vor dem Eingang war ein Ausbildungsstand für Mechatroniker der Bundeswehr. Laut Ausbildungsleiter Marcel Oellers, der in seiner Jülicher Lehrwerkstatt 80 Auszubildende in vier Lehrjahren unter sich hat, diente ein „voll diagnosefähiger VW-Motor mit (programmierbarer) Fehlerschaltung“ zur Funktionserklärung und Sichtung der ansonsten verborgenen Bauteile und zur messtechnischen Fehlerermittlung und Reparatur. „Man kann alles sehen und alles reparieren“, fasste er zusammen. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und eignet sich ebenfalls als Sprungbrett in andere Unternehmen. „Wir bilden nur aus“, unterstrich Oellers und nannte die Zahl von 18 neuen Auszubildenden in jedem neuen Jahr.

Wie breit die Palette beim Berufsinformarkt aufgestellt war und wie verschieden die Interessen, zeigte die Resonanz an den Ständen. Besonders angezogen fühlten sich die Schüler von einem digitalen Schweißgerät mit Monitor der RWE, Infoständen im Bereich der Krankenpflege, dem Zuckerwattestand der Zuckerfabrik oder dem Stand des Discounters „Lidl“, der mit viel frischem Obst und Säften ausgestattet war. Bei der Präsentation zeigten sich die Unternehmen fantasievoll. So lockte unter anderem ein Schokobrunnen an den Infostand der Fachoberschule für Ernährung (FOS) im Berufskolleg, eine Anatomiepuppe zum Stand des Pflegebildungszentrums im St. Marienhospital Düren oder eine Auswahl von Süßigkeiten an den des Finanzamtes. Vorteile an die Stelle von Vorurteilen setzte der Fiskus mit einer Informationstasche mit der Aufschrift in bunten Druckbuchstaben: „Däumchendreher, Transuse, Schlafmütze, Pappnase, Zahlenhengst, Erbsenzähler“.

Neben den vielen Ständen in den Fluren des Berufskollegs und der angrenzenden Turnhalle hatten die Kfz-Werkstatt und schuleigene Labore für Kraftfahrzeugtechnik und Anlagemechaniker geöffnet, um Einblicke in berufstypische Aktivitäten zu geben.

(ptj)