Kreis Düren: Auftaktveranstaltung von Unternehmerwettbewerben

Auftakt der AC²-Wettbewerbe : Für eine noch stärkere Wirtschaftsregion

Auf dem Jülicher Campus der FH Aachen fanden sich jetzt Unternehmer und solche, die es gern werden wollen im Gerling-Pavillon zur Auftaktveranstaltung der AC²-Wettbewerbe für den Kreis Düren ein. Die Initiative Gründer-Region Aachen, Düren, Euskirchen, Heinsberg der IHK Aachen setzt sich seit 20 Jahren für Wirtschaftsförderung in der Region ein.

Ihr im Jahr 2003 ins Leben gerufenes Projekt AC² – Gründung, Wachstum, Innovation  darf mittlerweile als Erfolgsgeschichtefür die gesamte Wirtschaftsregion und den Kreis Düren im Besonderen bezeichnet werden. Mit einem Netzwerk von mehr als 200 ehrenamtlich arbeitenden Experten im Rücken, bietet AC² eine starke Plattform für Unternehmen, um deren Wachstum voranzutreiben, beziehungsweise Gründern Hilfestellung beim Markteintritt zu leisten. Diese Experten aus verschiedenen Fachrichtungen und Wirtschaftszweigen unterstützen die Unternehmer kostenfrei in beratender Funktion auf professionellem Niveau.

Die Zahlen sprechen für sich: „Der Kreis Düren soll auf 300.000 Einwohner wachsen“, erklärte Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) in einer ersten Gesprächsrunde mit Moderatorin Sandra Kinkel, Redakteurin unserer Zeitung, und Professor Dr. Marcus Baumann, Rektor der FH Aachen, und dem Geschäftsführer der GründerRegion, Christian Laudenberg. Diese positive Prognose sei auch auf AC² zurückzuführen. „Mehr als 800 Arbeitsplätze wurden mittlerweile dank dieser Initiative neu geschaffen“, erklärte der Landrat. Insgesamt ist Zahl der Unternehmen in der gesamten Wirtschaftsregion seit 1999 um 26 Prozent auf heute 84.200 gestiegen. „Das große Netzwerk ist das Erfolgsrezept von AC²“, stellteMarcus Baumann.

Um das anschließende „Networking“ zu erleichtern, wurden alle Gäste mit unterschiedlich gefärbten Ansteckern ausgestattet, die die Beraterzuordnung erleichtern sollten. So gingen in der Folge Grüne-Button-Träger, die Unternehmensgründer, gezielt auf Rote-Button-Inhaber, die AC²- Experten, zu. Bereits etablierte Unternehmer bekamen gelbe Anstecker ans Revers. „Ziel der Veranstaltung heute ist es, zunächst mal miteinander ins Gespräch zu kommen und zu sehen, wer zusammenpasst“, erklärte Robert Hütter von der Gründer-Region. Beratungsbedürfnis und Beratungskompetenz sollten einander möglichst nahekommen. „Die einen brauchen explizite Finanzplanungshilfe, andere hingegen suchen eine Expertise hinsichtlich einer gelungenen Internetpräsenz“, sagte Hütter. „Wiederum andere möchten sich breiter aufstellen oder internationaler werden“.

Moderatorin Sandra Kinkel vom Medienhaus Aachen im Gespräch mit Christian Laudenberg, Geschäftsführer der Gründer-Region Aachen. Foto: Jakub Drogowski

Neben dem Netzwerk, der Beratung und unabhängigen Feedbacks bietet AC² im Laufe des Projektes Workshops wie „Pressearbeit“ oder „Businessplan“ an. Weitere Angebote sind regelmäßig stattfindende „Gründer- und Wachstumsabende“ und „Innovationsabende“.  Nach erfolgreich durchlaufender Beratungsphase werden die zehn von einer Fachjury höchst bewerteten Unternehmen mit den überzeugendsten Businessplänen zur Prämierungsfeier in den Aachener Krönungssaal geladen. Die besten drei werden mit Geld- und Sachleistungen ausgezeichnet. „Die Geldleistungen sollten natürlich nicht der alleinige Ansporn zur Teilnahme sein“, betonte Geschäftsführer Laudenberg mit einem Augenzwinkern.

Alle zehn Unternehmen bekommen überdies einen professionell produzierten Imagefilm. Drei Preisträger des letzten Wettbewerbs aus dem Kreis präsentierten ihren Film während der Veranstaltung. Unter anderem die Elles Oberflächen Systeme GmbH, deren Geschäftsführer Dr. Stephan Elles ein deutliches Unternehmenswachstum verzeichnete und acht neue Arbeitsplätze im Betrieb bis 2022 prognostizierte. Jennifer Schröder vom TerraVesta Immobilien- und Sachverständigenbüro, Preisträgerin des vorangegangenen Gründungswettbewerbs, bestätigte gleichermaßen die fruchtbare Zusammenarbeit mit ihrem AC²-Berater Karl-Friedrich Block. Ebenfalls erfolgreich war die Sodekamp Elektrotechnik GmbH aus Linnich.

Angesichts sinkender Wachstumsraten gilt die Zeit des großen andauernden Wirtschaftsaufschwungs hierzulande spätestens seit Sommer diesen Jahres als beendet. Besorgniserregende Anzeichen einer „tiefgreifenden Rezession“ erkennt der Rat der Wirtschaftsweisen in seinem Jahresgutachten zur Zeit allerdings nicht. Folgt man diesbezüglich Beobachtungen von Marcus Baumann könnte eine kleine Wachstumsflaute sogar zu einer Steigerung von Unternehmensgründungen führen. „Aufgrund der hohen Konjunktur werden Hochschulabsolventen von den Unternehmen direkt angeworben“, erklärte der FH-Rektor.

Frischgebackene Bachelorgradinhaber werden in Zeiten von Hochkonjunktur vom Campus direkt in ein Arbeitsverhältnis gelockt. Baumann: „Viele mache nicht einmal mehr ihren Master“. In der „ohne Zweifel spannendsten und dynamischsten Region Deutschlands“, wie es Landrat Spelthahn zu sagen pflegte, werden nicht zuletzt dank der AC²-Initiative wohl hinreichend positive Anreize für die Gestaltung zukunftsträchtiger Ideen gesetzt.