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Eschweiler: Kraftwerk Weisweiler wächst

Eschweiler : Kraftwerk Weisweiler wächst

150 Millionen Euro wird RWE Power im nächsten Jahr im Kraftwerk Weisweiler investieren.

Dort werden zwei Gasturbinen mit je 190 Megawatt Leistung gebaut. Der Strom, den sie produzieren werden, reicht aus, um 600.000 Haushalte zu versorgen.

Von der Auftragssumme werden voraussichtlich zehn Prozent an Firmen aus der Region gehen, versichert Kraftwerksleiter Dr. Wolfgang Oschmann. Das freut den Eschweiler Bürgermeister Rudi Bertram und seinem Amtskollegen Manfred Halfenberg aus Inden-Alsdorf. Beide waren am Donnerstag der Vorstellung des Projektes im Kraftwerk Weisweiler zugegen.

Ab 2006 auch Erdgas

Ab 2006 wird in Weisweiler nicht nur Braunkohle, sondern auch Erdgas in Strom verwandelt. Dadurch werde aber „keine Tonne Braunkohle weniger verbrannt”, bremste Kraftwerksleiter Dr. Wolfgang Oschmann am Donnerstag die Befürchtungen von Tagebau-Mitarbeitern. Die Braunkohlen-Kraftwerksblöcke und die Gasturbinen werden sich ergänzen.

Die 150-Millionen-Investition in Weisweiler hat indirekt mit der Zunahme von Ökostrom zu tun, erläuterten RWE-Projektleiter Michael Pflugball und Kraftwerksdirektor Dr. Oschmann. Mittlerweile produzieren Windkraftanlagen in deutschland 14.000 Megawatt - sofern der Wind weht. Wenn er nicht weht, muss ein Ausgleich her. Gasturbinen hingehen sind „ein idealer Ausgleich, sie lassen sich schnell rauf- und wieder runterfahren”.

Die beiden neuen Stromerzeugen werden als so genannte Vorschalt-Gasturbinen gebaut, neben den beiden 600-Megawatt-Kraftwerksblöcken Gustav und Heinrich. Die Gasleitung der Wingas läuft direkt am Gelände vorbei, das spart Kosten.

Neue Nutzung für Schornsteine

Noch etwas spart Kosten. Die vor Jahren getroffene Entscheidung, die überflüssig gewordenen Schornsteine des Kraftwerks nicht abzureißen, zahlt sich jetzt aus. Der Schornstein am Block Heinrich soll ertüchtigt und für die Gasturbinen genutzt werden.

Jeweils ein Kraftwerksblock und eine Gasturbine werden miteinander verbunden sein. Das erhöht auch die Leistung der Kraftwerksblöcke. Denn bisher seht dort ein Teil des Dampfes, der im Dampfkessel erzeugt wird, nicht für die Stromerzeugung zur Verfügung. Der Dampf wird abgezweigt, um das Speisewasser für den Dampfkessel vorzuwärmen.

4000 Stunden im Jahr

Wenn die Gasturbinen laufen - und das wird voraussichtlich 4000 Stunden im Jahr sein - wird mit der dort erzeugten Hitze das Speisewasser vorgewärmt. Effekt 1: Die Leistung der Braunkohlen-Blöcke steigt um 80 auf 680 Megawatt an. Effekt 2: Das Rauchgas aus den Gasturbinen gelangt nicht mit enormen 550 Grad in die Atmosphäre, sondern wird runtergekühlt.

Noch vor den Sommerferien will das RWE bei der Bezirksregierung den Antrag auf Genehmigung der Anlage stellen. Mit dem Baubeginn wird im März 2005 gerechnet, in Betrieb genommen werden die Turbinen im Lauf des Jahres 2006.